Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Fr. 19.06.20
So nah, so fern
Dr. Matthias Wilke
So nah, so fern

„Herzlichen Glückwunsch!“, ruft der ältere Herr über den Gartenzaun und ruft es laut. Er weiß um die starke Schwerhörigkeit seiner Nachbarin. Sie feiert ihren Geburtstag heute allein, in der Sonne auf der Terrasse, mit Musik von Helene Fischer. So gerufen aber weiß nun auch die übrige Nachbarschaft: „Ach, guck mal, die Bertha hat wohl heute Geburtstag ... und Klaus gratuliert ihr“. Und Bertha merkt an den Gesichtern, die nett zu ihr herüberschauen: „Sie denken an mich. Schön!“

„Ich wollt dir nur mal eben was vorbeibringen“, ruft sie durch die noch geschlossene Tür hindurch. Ein Glas frisch gekochte Rhabarbermarmelade stellt sie vor sich hin. Sie ist schon wieder im Gehen, aber das Glas und das nette Wort bleiben stehen – vorm Haus der Freundin, die sich im Haus langsam zur Tür bemüht.

Kuscheln ist noch nicht … und dennoch erwarte ich mit weit ausgebreiteten Armen meinen Neffen. Besuch nach langer Zeit mal wieder – und wir stehen uns einen Moment lächelnd gegenüber und irgendein launiger Spruch zur Situation und dass wir uns freuen, wenn es wieder anders ist, hilft uns über die Abstandsbremse hinweg.

Solche und andere Erfahrungen mehr, die wir ungewollt im derzeitigen „Leben mit Abstand“ sammeln, öffnen uns noch einmal die Augen, um zu verstehen, wie uns Gott tagtäglich nah kommt – in guten und andern Zeiten. Auch wenn wir seine Arme nicht spüren, seine Stimme nicht hören können: da ist mein Nachbar, das Marmeladenglas, der launige Spruch, das Gebet, in das ich meine Gedanken an die anderen still für mich hineinlege. So kommt er zu uns, der uns ruft: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch ausruhen lassen“ (Matthäus 11,28).

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Dr. Matthias Wilke

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Do. 04.06.20
Etwas Besseres als ...
Dr. Matthias Wilke
Etwas Besseres als ...

„Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“
(Psalm 139, 14)

Ich lese diese alten, schon so oft von so vielen Generationen durchbeteten Zeilen – und schau auf die Uhr, auf das kleine Feld rechts. Jetzt gerade haben wir Anfang Mai 2020. Langsam werden die Kontaktbeschränkungen der vergangenen Wochen gelockert. Wir dürfen uns wieder treffen – zum Gebet. „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich... wir... meine Seele erkennt...“.

Psalm 139 steht als biblische Losung über dem Monat August. Jetzt haben wir Mai – was wird im August sein? Hoffentlich… Doch heute will ich mich nicht voraussehnen,
sondern möchte bremsen, denken und bremsen, weil ich gestolpert bin über dieses: „… dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke.“

Auch das habe ich in den vergangenen sieben Wochen gemerkt: Wie sehr ich Teil bin in Gemeinschaft mit den anderen: Teil der Gesellschaft, der Natur – und eben nicht nur „meines Glückes Schmied“ oder so. Und ich habe auch gemerkt: wie schwer es mir fällt, das Wunderbare an mir als Teil des Ganzen zu sehen. Und beim Blick auf meine Finger nicht nur zu murmeln: „Mann, so geht das nicht weiter, das dauernde Waschen, sie werden rissig“, sondern so etwas zu denken wie: „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Wunderbar – mit rissiger Haut?

War ja viel stiller in den vergangenen Wochen, so dass man für so komische Gedanken mit Blick auf die eigenen Hände auch mal Zeit hatte. War viel weniger Geplauder als ich es sonst schätze und kenne. Was wir sonst bei der Arbeit haben: eine Kollegin, ein Kollege stapft vorbei und bremst und wir geben uns die Hand und plaudern kurz über… egal, aber tut gut. Oder beim täglichen Einkaufen: Ich brauch´ vielleicht gar nicht viel, aber es ist fein, andere zu begrüßen.

Es ist gar nicht so einfach, beim Blick auf das eigene Greifwerkzeug ins Jubilieren zu geraten. Wie anders aber ist es, wenn ich mir bewusst werde, was mir meine Hand sonst ermöglicht: zu grüßen, zu fühlen, zu arbeiten: „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin... das erkennt meine Seele.“ (Psalm 139, 14)

Was für unsere Hände gilt, gilt für uns als ganzer Mensch. Ich hatte in den letzten Wochen auch Zeit, durch Stellichte zur Obermühle zu fahren und später dann am „Lintelner Krug“ vorbei. Da fielen sie mir ins Auge, die vier, die mit sich und ihrem Leben so traurig waren und sich weit weg träumten. Sie waren nicht alle als begnadete Sänger geboren. Mussten mit Händen und Füßen echt hart arbeiten. Bis andere sagten, dass man sie nun „freistelle“ von der Arbeit. Da fühlten sie sich wertlos, als ihre Pfoten nicht mehr gebraucht wurden. Sie alle sangen gerne – und was noch entscheidender ist: als sie sich gefunden hatten, da ergänzten sie sich so fein, dass sie zusammen das Leben neu fanden. „Wunderbar sind deine Werke, Gott!“

Wir brauchen einander, so anstrengend wir füreinander auch sind. Beides können wir nach den letzten Monaten wohl gut nachvollziehen, denke ich. Wir brauchen einander, um zu spüren, dass wir je für uns eigenartig feine Menschen sind. Es ist kein Zufall, dass der Beter des 139. Psalm erst auf sich und dann um sich  herumschaut, um schließlich bei der eigenen Seele Ruhe zu finden. Er oder sie hat es erfahren – und die Bremer Stadtmusikanten haben es je für sich wohl auch
gemerkt, spätestens beim Räuberhaus in Horst: „Ich danke dir dafür, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind [alle] deine Werke; [ich bin Leben inmitten von Leben, wunderbar!] das erkennt meine Seele“ (Psalm 139, 14).

Ihr und Euer Pastor Matthias Wilke

 

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Dr. Matthias Wilke

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So. 31.05.20
Pfingsten auf plattdeutsch
Bernd Luttmann
Pfingsten auf plattdeutsch

Text aus der Bibel zu Pfingsten

„Ik heff jo dat nicht von Anfang an seggt. Ick wöör ja bi jo. Man nu gah ik weg nah Em, de mi schickt hett, un  keenein von jo fraagt mi: Wo geihst du hen?

Nee, nu wo ik jo dat vertellt heff, is jon Hart vull von Truer. Man ik segg jo de Wohrheit: Jo kummt dat togood, dat ik weggah. Ja, wenn ik nich weggah, kummt he, de jo Moot maakt, nich nah jo hen. Wenn ik hengah, schick ik em nah jo her. Un de kummt, un de seggt de Welt scharp Bescheed: Wat se verkehrt maaken deit, wat Gerchtigkeit utmaakt, un von dat lest Urdeel.

Wat Is verkehrt an de Welt? – Se glöövt doch nicht an mi!

Wat maakt Gerechtigkeit ut? – Ik gah nah`n Vader hen, un ji seht mi nich mehr.

Von dat lest Urdeel? – De Düsse Welt regiert, hett sein Urdeel al weg.

Noch mehr heff ik jo to seggen, man ji könnt dat nu nich bören. Wenn he denn kummt, de Geist mit sein Wohrheit, de bringt jo in de vulle Wohrheit up‘n Weg. He vertellt nich von sik, nee, wat he höört, dat vertellt he, un wat kommen deit, seggt he jo an. De bringt mi to Ehren. He nimmt je von mien Eegen uns seggt jo dat an.

All`s, wat de Vater hett, is mien. Dorvon heff ik seggt: He nimmt von mien Eegen uns seggt jo dat an.

(aus: Johannisevangelium 16,4b-15  nach Plattdüütsch Lektionar)

Gebet

Herr mein Gott wir danken dir für all unsere Freunde, die du uns geschenkt hast.

Man kann sich immer auf sie verlassen und sie auf uns.

Auch wenn ich mich fürchte meine Freunde zu verlieren, weiß ich, dass du immer bei mir bist.

Lieber Gott wir danken dir. Amen

Herr, ick bitt di....

….hol din Hannen öber all dei in de Welt, dei in Not sünd.

An dien Hatten leggt wie de Minschen, de Gewalt beläben an Leib un Seel un dei, dei Bang hebbt  för den nächsten Daag, maak sei frei von Angst un Twiefel.

…. för dei Mächtigen up düsse Welt, lat sei de richtigen Entscheidungen finnen.

…. stah ok an use Sied, kumm tau al dei, dei alleen sünd, dei den Anschluss nicht mehr finnen un dei sick ok nich truen, einen neien Anfang tau maaken.

.… för use Kark un use Gemeein.

In der Stille denken wir an alle, mit denen wir heute nicht zusammen sein können.

Uns' Vader in'n Himmel,

laat hillig warden dien Naam, laat kaamen dien Riek.

Wat du wullt, schall warden in’n Himmel un up de Eer.

Giff uns Broot dissen Dag un reken uns nicht to, wat wi unrecht daan hebbt, so as wie nich toreken willt, wat uns andaan is.

Laat uns nich afkaamen von dien Recht, un maak uns free von all, wat uns drift.

Du wullt dat, du kannst dat, du deist dat ok.  AMEN

 

 

Das Bild rechts: Strandaltar am Hemmelsdorfer See.

Ein Bild der Ruhe und der Erwartungen. Bevor wir gleich  hier unser Tauffest mit den Konfirmanden feiern, genießen wir  noch ein paar Minuten die Stille und lassen den Geist Gottes auf uns wirken. Lasst uns auch in diesen Tagen spüren, dass der Geist unseres Vaters unter uns ist.

Bernd Luttmann

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Bernd Luttmann

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So. 17.05.20
Du und ich
Amely Lißner
Du und ich

Du und ich  

Du, Gott,

findest mich am dunkelsten Ort

und öffnest mir den Himmel. 

 

Güte breitest du aus vor mir

wie einen reich gedeckten Tisch.

 

Du sprichst zu mir im Lärm meiner Gedanken

wie eine leise, schöne Melodie.

 

Ich stimme ein und singe dir

ein Lied vom schönen, schweren Leben.

 

Du trägst mich unbemerkt und weise

und wenn ich falle,

bist du da.

 

Federgleich ist dein Schritt,

der mich hier und dort begleitet.

 

Du atmest in mir

und ich begreife nichts davon. 

 

Nur weil du da bist, lebe ich. 

 

Lutz Tietje, Buxtehude 

   

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Amely Lißner

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Sa. 02.05.20
Der Herr ist mein Hirte
Bernd Luttmann
Der Herr ist mein Hirte

“Der Herr ist mein Hirte” –
An unserer Kirchentür hängen jede Woche kleine Tüten mit einer  Andacht die mich immer wieder erfreuen, am letzten Sonntag ging es um den Psalm 23. Der Herr ist mein Hirte, auch in der sogenannten „Corona-Zeit“? Diese Worte sind ein echter Evergreen. Für Generationen von Christen ist Psalm 23 einer der wichtigsten Texte. Und das sicher nicht ohne Grund. Wie Schafe eines Hirten dürfen die Menschen sich bei Gott behütet, beschützt und bewahrt wissen. Wie gehe Ich in dieser Zeit mit diesem Psalm um? Wir leben alle mit Einschränkungen, die größte Einschränkung für mich ist, auf die sozialen Kontakte zu verzichten, das miteinander, die Freude aber auch die Trauer zu teilen.  Der Mai ist ein Monat in der die Pflanzen und Bäume uns mit frischen Grün erfreuen, in dem ich sonst mit der Familie und Freunden in der Natur spazieren gehe, oder auf verschiedenen Veranstaltungen ausgiebig feiere, vieles ist zurzeit nicht möglich. Ich glaube gerade in dieser Zeit gibt er  mir ist ein Bild voller Trost und Geborgenheit. Kein Wunder also, dass das, was der Psalm ausdrückt nicht nur mir, sondern  viele  Menschen anspricht. Wenn man Psalm 23 hört, dann entsteht im Kopf ein idyllisches Bild: Viele Schafe, die sich einträchtig und friedlich blökend auf einer grünen Wiese verteilen und sich unter den gütigen Augen des Hirten die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Was für ein schönes Bild im Kopf. Ich werde bei meinem nächsten Spaziergang mehr die Augen aufmachen um die schöne frische Natur zu genießen, den wie es im Psalm 23 steht: Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seel.
 

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Bernd Luttmann

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Mo. 27.04.20
Die leere Schublade
Andrea Wauer-Höflich
Die leere Schublade

Wie geht es Ihnen mit leeren Schubladen? Überlegen Sie gleich, womit Sie sie befüllen können? Oder freuen Sie sich darüber, dass da ein freier Raum ist: Platz zwischen vollen Regalen, Kommoden, Schränken? Eine freie Fläche unter dem Küchentisch oder dem Schreibtisch.
In diesen Tagen und Wochen gehen wir mit Leere um, müssen damit umgehen.
Ich leide unter dem leeren Raum zwischen uns Menschen. Und ich freue mich über einen leeren Himmel, voller Blau, mache Pläne, wie ich die Zeit fülle, im Home Office. Vor allem aber in der Zeit danach,
wenn es keine erzwungene Leere mehr gibt. Und ich denke oft an Menschen, die unter der Leere dieser Zeit leiden, Vielfach und oft unaussprechlich.

Ich sehe meine leere Schublade.
Sie ist wie schaumbekrönte Wellen, die auf dunkel - feuchtem Sand auslaufen.
Ist wie ockerfarbene Seide, über die ich mit der Hand streichen möchte
Ist voller Luft.
Ist voll von Erinnerungen - ich lasse sie in Ruhe und frage nicht.
Ist von 5 Seiten von Eichenholz begrenzt - ich streiche nicht darüber.
Sie hat zwei schwarze Stielaugen.
Mit denen könnte ich sie bewegen
- tu ich aber nicht.
Ich stehe vor der Leere meiner Schublade.
Ein wenig fange ich an zu wanken - vorwärts und rückwärts und vorwärts und rückwärts,
meditierend über die Leere.
So könnte es lange weiter gehen.
Leere macht mich still.
Lehrt mich Stille beten?

Søren Kierkegaard sagt:
„Als mein Gebet
immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde,
was womöglich noch ein größerer Gegensatz
zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber,
daß Beten nicht bloß Schweigen ist,
sondern hören.
So ist es:
Beten heißt nicht sich selbst reden hören.
Beten heißt:
Still werden und warten,
bis der Betende Gott hört.

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Andrea Wauer-Höflich

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So. 19.04.20
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit
Rolf Hirte
Viel Gutes in einer beklemmenden Zeit

Vorsicht ist geboten! Es könnte auch mich treffen. Besser zu Hause bleiben. Angst ist da und die bange Frage: “Wann werden sich die Zeiten wieder bessern?“ Ich glaube viele von uns wissen wie sich das anfühlt, was ich da gerade beschrieben habe.

So oder ähnlich – denke ich – werden sich damals vor 2000 Jahren die Menschen in Jerusalem gefühlt haben, die Jesus gefolgt waren. Er, auf den sie große Hoffnungen gesetzt hatten, war hingerichtet worden. Und nun hatten seine Anhänger Angst, dass Ihnen das gleiche Schicksal drohen könnte.

Doch ab dem dritten Tag nach seiner Kreuzigung verbreitet sich die Nachricht, dass der Gekreuzigte wieder da sei, dass er lebe, dass er auferstanden sei. Und die Anhänger und Freunde Jesu fangen an seine Botschaft von dem menschenfreundlichen Gott weiterzusagen.

Deshalb können wir heute den uns liebenden Gott als Vater anreden, deshalb feiern wir auch hier bei uns Ostern; auch wenn es dieses Jahr anders war als sonst, manches fehlte.

Doch das Wichtigste, weshalb wir ja überhaupt Ostern feiern, hat ja stattgefunden: Die Osterbotschaft, dass das Leben über den Tod siegt, ist ja weitergetragen worden:

Ich sehe viel Gutes, was in dieser für viele so beklemmenden Zeit ja auch geschieht: Menschen achten auf einander, helfen gerade den Schwächsten, verzichten auf manches, was ihnen Spaß macht, damit die, die durch das Coronavirus besonders gefährdet sind, bessere Chancen haben, diese Krise zu überstehen. Großartig!

Für mich sind das Dinge, die mich in meinem Glauben stärken: Gott lässt das, was Leben fördert, triumphieren über das, was Leben einschränkt und kaputtmacht.

 

Gott geleite Sie durch diese Zeit,

Pastor Rolf Hirte

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Rolf Hirte

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Mo. 13.04.20
Auf ein Wort...
Haike Gleede
Auf ein Wort...

Verschlossene Türen

Sie saßen hinter verschlossenen Türen, mieden den Kontakt zu Außenstehenden und warteten ab. Die Jüngern hatten sich nach dem Tod Jesu zurückzogen. Sie waren verwirrt und bedrückt über die Ereignisse der letzten Tage. 

Die Zukunft schien ungewiss, beängstigend.

 

Verschlossene Türe, leere Straßen - Städte und Einkaufszentren sind verwaist.

Da wo sonst das Leben pulsiert, herrscht unheimliche Leere. Grenzen schließen, Reiseverbot, Kontaktverbot – Abstand ist geboten. Wir wissen: Es ist zu unserem Schutz. Die Sorge ist groß, die Gefahr unsichtbar und doch so tückisch.

Wie soll es weitergehen? Welche Folgen hat diese Pandemie für unser Leben und für unsere Gesellschaft.

 

Als einige Frauen am dritten Tag nach Jesu Bestattung zum Friedhof gehen, fragen sie sich: „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“

 

Wir fragen uns gerade, wann sich Türen wieder öffnen. Wann bekommen wir unsere Freiheit zurück, unsere Unbeschwertheit?

Wann feiern wir wieder Gottesdienste, Freudenfeste, gehen shoppen oder ins Theater, essen im Restaurant und treffen uns mit Freunden auf einen Kaffee?

 

Als die Frauen an Jesu Grab ankommen, ist es bereits offen und leer. Ein Engel verkündet: „Fürchtete euch nicht! Jesus ist auferstanden!“

Danach war nicht sofort alles gut. Es dauerte noch lange bis diese Nachricht um die Welt gereist war. Und noch immer ringen wir darum, was sie für unser Leben bedeutet.

 

Diese Krise wird nicht spurlos an uns vorbeigehen. Noch lange werden wir unsere Toten betrauern und mancher steht vor den Trümmern seiner Existenz.

Ich hoffe, dass die Botschaft: „Der Herr ist auferstanden!“, unsere Gemeinschaft stärkt. Ich wünsche mir, dass wir feinfühlig und mit viel Geduld miteinander nach Lösungen suchen, das Leben neu sortieren und erkennen, was wichtig und richtig ist und was die Zeit von uns fordert. Ich möchte zuversichtlich in die Zukunft gehen und denen helfen, die Hilfe brauchen, im Vertrauen darauf, dass wir getragen werden von dem, der die Welt überwunden hat.

 

Pastorin Haike Gleede, Horstedt

 

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Haike Gleede

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So. 12.04.20
Ostern fällt nie aus
Dr. Michael Blömer
Ostern fällt nie aus

Am frühen Ostermorgen entdeckten sie es. Die Grabeshöhle war leer. Der Leichnam nicht mehr da. Am Abend saßen die engsten Freunde von Jesus zusammen. Nach wie vor fassungslos. Schweigend und voll Sorge. Ihr Meister am Kreuz gescheitert. Ihre Hoffnungen dahin. Alles schien verloren.

Und dann war er mit einem Mal da. Mitten unter ihnen. Als Lebender. Fast 2000 Jahre ist es her. Wie ist die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus von Nazareth vorstellbar? Wir wissen es nicht. Aber sie hat seine Anhänger völlig verändert. Ihre Erstarrung gelöst, ihre Angst genommen und sie mit Freude erfüllt. Aus dieser kleinen Jüngerschar ist eine große Bewegung geworden, die heute die ganze Erde umspannt. Kein Ereignis hat die Geschichte der Welt mehr geprägt.

Jedes Jahr zu Ostern feiern Christen dieses Wunder des Lebens. Seit 2000 Jahren. Sie rufen und singen: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“

Nun fallen die Gottesdienste zu Ostern in vielen Ländern aus. Zum ersten Mal in der Geschichte der Christenheit.

Aber Ostern fällt nicht aus. Gerade in diesen Tagen ist es wichtiger denn je. Es erinnert mich daran: Gott trägt und begleitet mich. Im Leben und im Sterben. Und auch darüber hinaus. Das gibt mir Kraft für mein Leben. Im Osterlicht leuchtet Hoffnung für diese Welt.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest

Ihr Michael Blömer, Superintendent

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Dr. Michael Blömer

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Sa. 04.04.20
Das Leben geht weiter ...
Karin Klement
Das Leben geht weiter ...

Das Leben geht weiter… Aufmunternd springt mir dieser Satz im Kirchenschaukasten entgegen. Drei Pünktchen und ein leerer Platz schaffen Freiraum für eigene Gedanken. Natürlich muss das Leben weitergehen. Trotz Corona. Trotz ungewohnter Isolation und Abstandswahrung. Doch aktuell sind die Aussichten alles andere als klar, keineswegs ermutigend oder sicher.
Wie lange wird die Isolierung dauern? Wie kommen wir nach dem harten Ausgebremstsein wieder in einen fließenden Alltag hinein? Wie wirkt sich die Krise am Ende in unserem Verhalten aus, in unseren Einstellungen, unserem Zusammenleben? Werden wir anders miteinander umgehen, anders leben – und wenn ja, wie? Fragen wie diese treiben mich um; denn die Sicherheit des Lebens bröckelt. Noch ist alles wie ein Spiel; lächelnd und auf Abstand winke ich den vertrauten Mitmenschen zu. Gesprochene Worte überbrücken die Entfernung. Eine Zeitlang kann ich auf Berührungen verzichten. Ein kleiner Haustiger wäre jetzt gut. Oder wieder neu die Zärtlichkeit gegenüber Partner und Familie entdecken.
Ein paar Zeilen tiefer entdecke ich, wie der Ins-Auge-springende Satz sich fortsetzt: Das Leben geht weiter, als du denkst! Das Leben geht anders weiter, als es dir in den Kopf kommt. Viel entspannter als deine Sorgen vorausschauen, viel freundlicher als deine Ängste fürchten. Viel weiter als deine Vorstellungen je reichen. Denn der Himmel steht dir offen. Durchhalten, die Hoffnung nicht preisgeben, klingt daraus. Sich von der lebenserschütternden Angst nicht die Seele zermürben lassen.
Noch steht die Karwoche und ihre dunkle Zeit bevor. Palmsonntag bereitet Jesus einen triumphalen Einzug; er aber reitet demütig, sanftmütig auf einem Esel. Noch haben wir sein Kreuz nicht überstanden. Aber er geht mit uns; wir folgen ihm nach. Seine Stärke ist unsere Kraft; sein Glaube unser Vertrauen in Gott.
Ihnen, euch allen und mir selbst auch wünsche ich ein erwartungsfreudiges Ostern und ein fröhliches Auferstehungsfest!
Ihre Pastorin Karin Klement

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Karin Klement

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So. 15.03.20
Blickwechsel
Ralf Altebockwinkel
Blickwechsel

Corona! Darüber musst du jetzt schreiben. Nein. Sind nicht eigentlich die Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze ein viel wichtigeres Thema? Beides erhitzt doch gerade die Gemüter und setzt starke Emotionen, auch Ängste frei. Und auch Kirche hat dazu was zu sagen, oder? Worüber, Jesus, soll ich schreiben?

„Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.“

Ernsthaft, Jesus? Über Vögel soll ich schreiben? Na gut. Wenn du meinst… Vögel. Haben Sie es schon gemerkt? Sie sind wieder da. Die vielen Singvögel, die frühmorgens ihr Konzert anstimmen. Die sich des Lebens freuen und voller Leichtigkeit ihrem Tagewerk nachgehen. Futtersuche, Partnersuche, Nestbau… es gibt immer etwas Sinnvolles zu tun. Nur eines, das können Vögel nicht: sich sorgen um Morgen.

Tut irgendwie gut. Danke, Jesus. Danke für den Blickwechsel. Weg von meinen Sorgen, hin zur Leichtigkeit der Vögel. Wie befreiend! Befreiend, weil ich endlich wieder sehe, was gerade wunderbares um mich herum passiert: Der Frühling ist wieder da! Befreiend, weil ich doch auch so viel Sinnvolles tun kann: regelmäßig Händewaschen, meinen syrischen Nachbarn zum Teetrinken einladen, meinen Dauerauftrag bei „Ärzte ohne Grenzen“ aufstocken…

Mein Leben wird sich dadurch nicht verlängern, aber es gibt vieles, was ich heute tun kann, anstatt mich um Morgen zu sorgen.

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Was Ostern aus uns macht
Ralf Altebockwinkel
Was Ostern aus uns macht

Was Ostern aus uns macht

„Aber wir haben doch gar nicht Ostern“, protestiert die junge Dame aus der Familienkirche. Stimmt. Ostern ist noch lange nicht, und trotzdem: Diese große Kerze heißt nun mal so: „Osterkerze“. Und die brennt nicht nur an Ostern, sondern das ganze Jahr über, immer wenn wir Gottesdienst feiern.

Als Jugendlicher hatte mich schonmal ähnliche Verwunderung ergriffen, als ich eine Woche in der französischen Kommunität Taizé verbrachte. „Hier feiern wir jeden Sonntag Ostern“, erzählte uns einer der Brüder fröhlich – und in der Tat: jeden Sonntag feiern die Menschen in Taizé die Auferstehung Jesu mit Kerzen, die mit dem Feuer der Osterkerze nach und nach entzündet werden und dann die ganze Kirche mit Wärme und Licht erfüllen.

Wer genau hinschaut, der sieht auch bei uns, was in Taizé offensichtlich ist: Ostern begleitet uns Christen das ganze Jahr über. Immer wieder gibt es kleine Erinnerungen daran: neben der Osterkerze auch das „Auferstehung der Toten“ im Glaubensbekenntnis oder der österliche Halleluja Gesang nach den Lesungen. All diese Ostererinnerungen haben ein Ziel: Ostern soll uns auch innerlich, an jedem Tag des Jahres, ein treuer Begleiter werden. Ostern ist viel mehr als nur ein weiterer Feiertag im Kalender: Es hat die Kraft, unser Leben zu verändern.

Die Frage unseres aktuellen Gemeindebriefs lautet: „Was macht Ostern aus?“ Ich möchte diese Frage noch um ein Wörtchen erweitern: „Was macht Ostern aus uns?“ Ostern will aus uns österliche Menschen machen! Menschen, die auch bei Rückschlägen einen Halt haben, weil sie an Auferstehung glauben – am Ende des Lebens und schon mitten drin. Die voller Gewissheit sagen können: so wie auf Karfreitag Ostersonntag folgt, so folgt auf den Tod die Auferstehung, auf das Scheitern das Gelingen, auf Trauer Freude – und auf schwarz-weiß folgt bunt.

Du sagst: „Meine Situation wird sich eh nicht verändern.“ – Ostern spricht dir zu: „Es gibt Dinge, die du ändern kannst, denn Gott ist bei dir!“ Du sagst: „Mit diesem  Menschen werde ich immer in Feindschaft sein.“ – Ostern spricht dir zu: „Gott hat dir vergeben – vergib doch auch du!“ Du sagst: „Gefangen in meiner Trauer werde ich keine Freude mehr haben.“ – Ostern spricht dir zu: „Wir haben einen Gott, der die Tränen trocknet und die Gefangenen befreit!“

Möge Ostern aus uns Menschen machen, die entgegen allem Dunklen hoffen und vertrauen. Zu österlichen Menschen, die sich nicht nur am Osterfest an der Auferstehung Jesu freuen, sondern deren ganzes Leben getragen ist von der Hoffnung auf Auferstehung.

Pastor Ralf Altebockwinkel

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Ralf Altebockwinkel

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So. 05.05.19
Kennen Sie Ihren Konfirmationsspruch noch?
Olaf Feuerhake
Kennen Sie Ihren Konfirmationsspruch noch?

Wir sind in der Konfirmationszeit. In den Kirchengemeinden finden an den kommenden Wochenenden festliche Gottesdienste statt, die Gaststätten sind ausgebucht, und in den Konfirmanden-Familien herrscht Geschäftigkeit.

Wenn der Konfirmandenunterricht zu Ende geht und das große Fest bevorsteht, gibt es vieles zu erledigen. Eine Aufgabe für die Konfirmanden besteht darin, sich einen Konfirmationsspruch auszusuchen. Er soll ein Begleiter für den Lebensweg sein, spielt aber auch im Konfirmationsgottesdienst eine große Rolle. Die meisten Konfirmanden nehmen diese Aufgabe sehr ernst. Welcher Vers passt zu mir? Welche Botschaft ist mir wichtig?

Ich kann mich noch gut an meine eigene Konfirmation erinnern. Mich hatte ein Vers ins Herz getroffen: „Lass Dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin Du auch gehst.“ Dieser Satz steht im Alten Testament (Josua 1,9), und mir war klar, er soll mich durchs Leben begleiten. Im übrigen eine ziemlich typische Wahl. Konfirmanden wählen oft Bibelverse, die von Gottes Schutz und Begleitung sprechen. Kein Wunder, schließlich ist der Blick in die Zukunft für Jugendliche unbewusst mit viel Unsicherheit verbunden. Sie suchen nach Halt und Zuspruch – bei gleichzeitigem Freiheitsbedürfnis. Das können Eltern und Pädagogen sich nicht oft genug klarmachen.

Wenn ich im Schulunterricht mit älteren Schülern – Jahre nach ihrer Konfirmation – über ihre Erfahrungen mit Kirche und Konfirmandenunterricht spreche, frage ich oft auch nach dem Konfirmationsspruch. Viele Schüler können ihn dann tatsächlich noch aufsagen. Es ist erstaunlich, welche Bedeutung so ein kleiner Vers haben kann! Meiner begleitet mich seit 35 Jahren. Wie ist es bei Ihnen? Können Sie sich noch an Ihren erinnern?

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Olaf Feuerhake

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Pastor/-innen
Olaf
Feuerhake
Schulpastor am Gymnasium Sottrum
27367
Sottrum
Sa. 02.03.19
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium…
Dr. Matthias Wilke
20 Minuten unter Bäumen – mit dem Evangelium und Theodor Fontane durch die Passionszeit

20 Minuten unter Bäumen – mit
dem Evangelium und Theodor
Fontane durch die Passionszeit

Vier Bäume möchte ich mit Ihnen „Von Turm zu Turm“ und rund um Kirchwalsede entdecken. Wir starten an einem Samstag (23. März) unter einem Apfelbaum in Westerwalsede, Dorfstraße 4. Dann treffen wir uns jeweils an den Freitagen (29. März, 5. April und 12. April), um 18.00 Uhr für 20 Minuten. In der Zeitung und den Schaukästen unserer Kirchen und Gemeindehäuser wird noch bekannt gegeben werden, in welchem Ort wir jeweils sind. Kommen Sie gerne, wenn es Ihnen passt, zu einem oder allen Treffen dazu. Bei den ersten beiden spielt der Posaunenchor Kirchwalsede, danach gehen wir aus dem eigenen Gesang weiter in das schweigende Hören auf die Natur. 2019 ist das 200. Geburtsjahr Theodor Fontanes. Der Apfelbaum, eine Wiese, die Linde und einen Birnbaum hat Fontane bedichtet. Seine Worte und die Bäume werden uns zur Brücke, die Passionsgeschichte Jesu wieder neu zu bedenken.Auf dass wir nicht in den Frühling stolpern, sondern bewusst auf Karfreitag und Ostern zugehen. Seien Sie herzlich willkommen!
Ihr Pastor Matthias Wilke

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Dr. Matthias Wilke

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Superintendentur
Matthias
Wilke
stellv. Superintendent
Goethestraße 20
27356
Rotenburg
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(04261) 630 39 10
Fax: 
(04261) 630 39 19
So. 24.02.19
Neustart mit Gänseblümchen
Alexa Wilke
Neustart mit Gänseblümchen

Die 13-Jährige schmeißt die Tür hinter sich zu und wirft sich mit einem Wutschrei aufs Bett. Einige Minuten später klopft es. „Lass mich in Ruhe“, klingt es von drinnen: „Ich will nichts hören!“ Draußen wird es ruhig. Die Tochter liegt auf dem Bett und horcht auf die Stille. Sie denkt an nichts und wartet. Wie war es zu dem Streit gekommen? Sie erinnert sich nicht. Aber wie es jetzt weitergeht, das ist klar. Wie immer. Drei Tage Sendepause und dann der nächste Streit. „Ich hau ab“, murmelt sie. „Ich halt das hier nicht mehr aus.“ Der neue Gedanke gibt ihr Energie. Sie steht auf, geht zum Schrank. Sucht Sachen zusammen. Als sie den Rucksack hochnimmt, fällt etwas raus. Trockene Blumen. Sie hockt sich auf den Boden. Sucht die Blüten zusammen. Ein zerdrückter Kranz aus Gänseblümchen. Sie erinnert sich an den Nachmittag im Sommer. Die Wiese in der Sonne. Ständig waren ihr die Stängel kaputtgegangen. Die Mutter hatte alle Ruhe der Welt gehabt und ihr immer wieder neu gezeigt, wie sie die Blumen zusammenstecken musste. Bis es dann endlich geklappt hatte. Sie wiegt die Blumen in der Hand. Steigt die Treppe runter. Legt den Rucksack auf den Tisch. „Wir waren ganz schön lange nicht mehr wandern“, sagt sie und spielt beiläufig an der Küchenmaschine. Die Mutter sieht sie an. Schaut auf den Rucksack. Sie lächelt. „Ja. Lass uns mal wieder zusammen losziehen.“

Toll, wenn ich eigentlich schon genervt weiß, was als nächstes kommt und dann höre oder sehe ich etwas, das die immer gleichen Bahnen durchbrechen hilft. „Heute sollt ihr auf das hören, was er euch zu sagen hat! Macht euch nicht total zu und stellt euer Herz auf Empfang.“ (Hebräer 3,15, zitiert nach der Volxbibel).

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Alexa Wilke

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Pastor/-innen
Dr. Alexa
Wilke
Pastorin der Stadtkirchengemeinde, Fundraisingbeauftragte im Kirchenkreis Rotenburg
Am Kirchhof 9
27356
Rotenburg //Postadresse: Westerwalseder Str. 7, 27386 Kirchwalsede
Tel.: 
(04261) 3061644
So. 20.01.19
Kein Witz!
Dr. Matthias Wilke
Kein Witz!

Vorbei der ganze Zauber, denkt sich Claudia und packt etwas schweren Herzens alle Weihnachtssachen wieder ein. Zuletzt die Krippe – und das Jesuskind soll in Watte in eine Streichholzschachtel. War schön, dieses Jahr Weihnachten. Da kommt ihre kleine Tochter ins Zimmer, fragt ernst, warum Jesus denn wieder gehen muss, und erzählt, ohne die Antwort abzuwarten, einen Ostfriesenwitz, der ihr gerade wichtig ist.

Altbekannt und doch muss auch die Mama schmunzeln: Ein Ammerländer verlegt in Ostfriesland neue Überlandleitungen. Hoch oben arbeitet er an einem Mast, hoch über einer Weide. Kommt ein Ostfriese vorbei, lacht und geht weiter. Kommt ein zweiter, lacht ebenfalls und geht weiter. Dem nächsten aber, der grinsend an ihm vorbeigehen möchte, ruft der Ammerländer von oben herab zu: „Was gibt es denn da zu lachen?“ „Dumme Frage“, antwortet der Ostfriese. „Unter deinem Zaun laufen doch alle Kühe durch!“

Es gäbe wohl für alle viel weniger zu lachen, wenn wir immer verstehen würden, was der andere tut. Missverständnisse können einfach Freude machen. Wenn beide lachen. Lacht über längere Zeit nur einer, lacht oft bald keiner. Klug deshalb, wer fragt und sich befragen lässt.

Claudia packt weiter ihre Weihnachtssachen ein, aber nach dem Gespräch mit ihrer Tochter nun anders. Das Jesuskind bleibt da. Beide stellen es mit der kleinen Krippe hoch oben auf den Schrank. Da steht es nun an der Ecke, mehr zu ahnen als zu sehen. Aber sie beide wissen es und können sich beim „Unterdurchlaufen“ auch im Hochsommer immer mal wieder lächelnd daran erinnern: „Von Jesu Christus haben wir alle empfangen Gnade um Gnade“ (Johannes 1,16). Kein Witz – und immer wieder schön.

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Dr. Matthias Wilke

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Pastor/-innen
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Pastor/-innen
Matthias
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Pastor
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04269-2187
Sa. 13.10.18
Freude an der Sonne?
Karin Klement
Freude an der Sonne?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht, aber meinetwegen könnte der goldene Oktober bis Ende November gehen. Morgens leuchtender Sonnenschein mit erfrischend-kühler Luft. Weiße Wolkenbänke, hinter denen die Sonne Verstecken spielt. Wie ein kleines Kind lugt sie immer wieder hervor: Bist du noch da, Mensch? Ich sende dir meine Wärme ins Gesicht, mein Licht in deine Sinne, damit du dich freust. Was für ein Spätsommer! Während ich sonst die kanarischen Inselbewohner um ihren Dauersonnenschein beneide, erschrecken mich jetzt Sturzfluten auf Mallorca, Tsunamis und Erdbeben in Indonesien. Unwetterkatastrophen auf den Trauminseln?? Dafür Dürre und Ernteverluste auf den sonst so saftig-grünen heimatlichen Feldern. Die Natur spielt verrückt, scheint es. Dabei weiß ich eigentlich, dass der Klimawandel kein Märchen ist. Mein Gewissen schlägt an, schon wieder Lebensmittel in Plastik gekauft. Sorgsam getrennt bleibt dennoch ein unnötiger Haufen Abfall. Die Freude am Sonnenschein geht unter in der Sintflut meiner Missachtung der Natur. Viel schlimmer noch: Was kann ich überhaupt tun gegen die Übermacht falscher Entwicklungen?Mir fällt der alte Mann ein, Noah und seine Arche. Er tat alles, was Gott ihm gebot. Im kleinen Maßstab, soweit es eben möglich war, aber effektiv. Am Ende entströmte seinem Werk ein neues Leben für ihn selbst und für die Erde. Voller Dankbarkeit baut er Gott einen Altar. Denn er weiß, wie klein und zaghaft seine eigenen Kräfte waren. Nur sein Glaube war groß – und das hatte gereicht: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)

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Karin Klement

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Pastor/-innen
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Pastor/-innen
Karin
Klement
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So. 09.09.18
Sondermüll
Sondermüll

Deutschland soll ja Weltmeister im Mülltrennen sein. Nirgends wird so genau darauf geachtet, dass der Müll genau in die Tonne kommt, die für ihn vorgesehen ist. Das ist gut für die Umwelt, kann aber auch manchmal etwas nervig sein, wenn man mal nicht so genau weiß, welcher nun der richtige Ort für diesen oder jenen Müll ist. Trotzdem lohnt es sich, darauf zu achten. Müll muss ja schließlich richtig entsorgt werden.

Aber wir sind damit auch noch nicht am Ende. Zu viel Verpackungsmüll oder Mikroplastik sind immer noch eine hohe Belastung für die Umwelt. Wir können in unserem Umgang mit dem Müll immer noch besser werden. Und dann gibt es ja auch immer noch die Sachen, die wir gar nicht so richtig loswerden wollen. Eigentlich sollte ich mich davon trennen,aber so richtig komme ich nicht dazu. Aber dann kann es doch diesen kurzen richtigen Moment geben. Die alte Tasse mit dem Riss sehe ich im Schrank stehen und ohne groß darüber nachzudenken, landet sie endlich im Müll. Dann ist es gut, dass ich mich überwinde und das Alte wegwerfe.

Schwieriger ist es da aber mit anderen Dingen. Mit Sachen, die ich mir schon lange angewöhnt habe oder schon lange mit mir rumtrage. Vor allem Sorgen können so etwas sein. Das, was ich länger schon im Kopf oder im Herzen hin und her bewege, und was dann schon mal zu schlechter Laune führt oder mich sogar schlechter schlafen lässt. Da ist es gut, wenn ich auch da den richtigen Ort kenne,wo ich so etwas wegwerfen kann.

Der Wochenspruch für die kommende Woche hat da eine gute Empfehlung. Zu Jesus Christus kann ich mit meinen Sorgen kommen und sie da auch einfach mal wegwerfen. „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7).

Mi. 01.08.18
Sommer
Klaus Priesmeier
Sommer

                                                       S o m m e r

Meine Güte, denke ich, wie hieß die Frau noch mal? Der Name will mir nicht einfallen. Ich weiß nur noch: es war ein schöner, ein heller, guter Name – Sonntag? Sommer? Sonne? Und während ich noch nachdenke, sehe ich ihr Lachen.  Da fällt es mir ein: Frau Sommer.

Sommer, Sonne, Sonntag – wer würde nicht gerne so genannt werden?

Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit. Sonnenschein und Ferienzeit verbinden wir damit. Beklagen uns, wenn es mal regnet – und dann sollte es das am besten des Nachts tun. Aber gehören Regen und Gewitter nicht auch von je her zum Sommer dazu?

Der Sommer 2018 scheint sich aber daran, jedenfalls bei uns, nur selten zu erinnern. Und die Temperaturen sind oft schon früh am Tag so hoch, wie man sie als Höchsttemperaturen auch schon gerne hätte. Reicht doch. Aber das Thermometer klettert weiter in die Höhe. Als ich kürzlich vor die Tür trat, fiel mir eine Bemerkung Luthers zur Liebe Gottes ein: „Gott ist ein glühender Backofen voller Liebe, der da reichet von der Erde bis an den Himmel.“ Und fast hätte ich gerufen: lass gut sein, es reicht, genug des Glühens! Denn man glüht ja selber förmlich mit in diesen Tagen.

Um das Mitglühen ging es damals auch Luther in seiner Predigt. Er redete seinen Wittenbergern zu: nun ist euch so viel von Gottes Liebe verkündet, aber ich sehe so wenig davon unter euch. Gott schenkt sie, dass wir sie teilen – nicht, um sie zu horten.

Auf den Trip des Teilens wollte auch Paul Gerhardt seine Mitchristen bringen. Er lässt sie singen: „gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe.“ Solches Bitten und Loben klingt freilich nicht nur von 500 Jahren her zu uns hinüber. Auch ein Dichter unserer Zeit, Detlev Block, lässt uns ein Sommerlob anstimmen: „Der Sommer spannt die Segel und schmückt sich dem zu Lob, der Lilienfeld und Vögel zu Gleichnissen erhob. Der Botschaft hingegeben stimmt fröhlich mit uns ein: Wie schön ist es zu leben und Gottes Kind zu sein!“

Ich kann freilich nicht verhehlen, den Sommer 2018 auch wie einen Umkehrruf zu erleben. Sollen das jetzt unsere normalen Sommer werden? Und das ganze Klima wird immer wärmer? Ja, das stimmt, dass es auch klimatisch immer schon Wandel gab und geben wird. Doch ob wir uns mit diesem Hinweis aus unserer Verantwortung stehlen können, das ist mir keine Frage und die Antwort lautet: nein. Und wenn ich nun doch allen einen schönen Sommer wünsche, dann vergessen wir doch die nicht, die auch unter der Hitze leiden – Menschen, Vieh und Pflanzen. Und ich wünsche mir, dass die Nachfahren von Frau Sommer ihren Namen auch noch gerne tragen werden – und dann auch so schön lachen können.

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Klaus Priesmeier

Klaus
Priesmeier
Mo. 12.03.18
Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt...
Peter Thom
Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt...

Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt…

Liebe Gemeinde,

damit es keine Missverständnisse gibt: Das Gleichnis vom Weizenkorn erzählt Jesus, um seinen eigenen Weg deutlich zu machen. Er will damit seinen Schülern klar machen, welchen Weg er zu gehen hat. Er will sie darauf vorbereiten, dass er Abschied nehmen muss, dass er einen Leidensweg vor sich hat und dass dieser Weg mit seinem Tod endet. Er erzählt ihnen dieses Bild vom Weizenkorn, damit sie vor allen Dingen verstehen: Im Tod wächst Neues. Sein Sterben wird neues Leben hervorbringen, so wie das Weizenkorn, wenn es in der Erde stirbt, neues Grün hervorbringt: Aus einer neuen Pflanze wächst ein Halm mit einer kräftigen Ähre, und sie enthält viele neue Körner. Sein Tod, so erklärt es Jesus seinen Schülern, bringt neues Leben. Und das sagt er für sich, für den Weg, den er zu gehen hat.

Er sagt das nicht für uns alle. Es ist nicht so, als müssten wir alle jetzt den Weg in den Tod wählen, als müssten wir als Märtyrer sterben, als müssten wir unser Leben für unseren Glauben opfern. Das ist nicht gemeint. Gott will das Leben, nicht den Tod!

Für seine Freunde war das schwer zu begreifen: Jesus kommt nach Jerusalem. Er reitet auf einem Esel. Die Leute rufen: Hosianna! Gott sei Dank!Jetzt kommt der Retter, der sein Volk befreit. Gott selbst salbt ihn zum König! Hosianna! Er kommt! Endlich! Alle Leute sind begeistert. Sie klatschen, sie jubeln: Hurra! Die Freunde von Jesus sind sehr zufrieden. Jetzt ist es so weit:Jetzt wird unser Jesus, unser Lehrer König. Wir sind am Ziel.

Da kommen Leute, die wollen Jesus kennenlernen. Kannst du uns diesen Jesus nicht mal zeigen? fragen sie Philippus. Wir wollen den auch mal sehen. Natürlich will Philippus das gerne tun. Schließlich ist Jesus jetzt ein berühmter Mann. Alle wollen ihn sehen. Das findet Philippus toll. Er bespricht das mit Andreas. Und beide gehen sie zu Jesus: Meister, da sind Leute, die wollen dich kennenlernen.

Und was sagt Jesus?Ja, es ist Zeit, dass die Leute mich kennen lernen. Sie sollen begreifen, wer ich wirklich bin. Und dann erzählt er ein Bild: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein Korn, nur ein Korn weiter nichts. Wenn es aber in der Erde stirbt, dann wächst etwas neues, dann bringt es viel Frucht. Ein Halm wächst und in der Ähre wachsen viele neue Körner. Versteht ihr?

Die Leute schütteln den Kopf. Warum sagt Jesus das? Warum redet er vom Sterben? Und was hat das mit ihm zu tun? Er ist doch unser König. Er soll herrschen und nicht sterben. Die Leute begreifen gar nichts. Selbst die Freunde von Jesus verstehen nicht, was Jesus meint Hosianna haben sie gerufen. Der neue König kommt! Gott sei Dank! Hosianna!Und nun soll Jesus auch ihr starker König sein. Das ist doch klar. Dazu sind sie nach Jerusalem gekommen.Hier sollen alle sehen, wer Jesus wirklich ist!

Und es wird sich zeigen, wer Jesus ist: Er wird gefangen genommen, er wird die Dornenkrone tragen, er wird ans Kreuz genagelt. Er wird sterben, verlassen und allein. Aber das ist nicht alles. Und darum erzählt Jesus vom Weizenkorn, von dem neuen Leben, von der großen Hoffnung auf Gottes Schöpferkraft.

Das Bild vom Weizenkorn: Jesus stirbt am Kreuz. Aber das ist nicht alles. Jesus lebt. Und es ist auferstandenes Leben. Frucht-Leben. Leben, das unseren Glauben wachsen und reifen lässt. So viel Frucht! Und immer wieder neu wächst und reift Glauben! Und das ist nun wirklich kein Kinder-glauben, sondern das ist reifer, erwachsener Glaube von Menschen, die mit beiden Beinen mitten im Leben stehen.

Dann sagt Jesus noch etwas anderes und das gilt nicht nur für ihn selbst, das gilt für alle: Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren, wer es aber gering achtet, wer sein Leben hingibt, der hat gelingendes Leben, Leben, das sich lohnt.Da sind wir nun alle angesprochen. Das Leben als Hingabe.

Übrigens, ganz nebenbei: Das arabische Wort für Hingabe heißt Islam. Islam ist Hingabe an Gott. So hat Jesus sein Leben gelebt. Leben ganz in der Hingabe zu Gott. Und was er von uns fordert, ist das Leben in der Hingabe an die Menschen. Wer sein Leben liebt, das schöne, bequeme Leben, das komfortable Leben, unabhängig und frei, also ohne anderen etwas schuldig zu sein, ohne Verbindlichkeiten, der bleibt eben allein. Ein einzelner Mensch. Und weiter nichts. Verkümmertes, einsames Leben.

Ein Ich ist ein Ich,

bleibt ein einzelnes Ich,

bleibt für sich, nur ein Ich,

weiter nichts, ein kleines Ich.

Ein Ich braucht ein Du,

sucht und sehnt immerzu,

und schenkt die Liebe dir ein Du,

wird aus dem Ich endlich ein Du.

Das ist das Leben, das Jesus lehrt und lebt: Jeder Mensch braucht ein Du, für das es sich zu leben lohnt. Wir leben und verwirklichen uns alle aus der Kraft der Liebe. Menschen sind für andere da. Nächstenliebe ist für sie ein Stück Selbstverwirklichung. Dafür hat Gott sie geschaffen und befähigt. Hingabe bedeutet für sie, zu sich selbst zu kommen. Und was dann lebendig wird,ist das reiche, spannende, erfüllte Leben. Sagens wir’s  ehrlich Leben ist immer lebensgefährlich.Im Schongang ist es nicht zu haben. Ohne Risiko gibt es kein echtes Leben, also das Leben, das es verdient,lebendig genannt zu werden. Amen.

 

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Peter Thom

Peter
Thom
Pastor i. R.
Lüdinger Str. 5
27374
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Tel.: 
04260 951159

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