Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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Mi. 31.01.18
Flagge zeigen
Peter Thom
Flagge zeigen

Flagge zeigen

Flagge zeigen: Bei Fußballweltmeisterschaften ist das eine klare Sache: König Fußball regiert die Herzen vieler Menschen. Und wer ein rechter Fußballfan ist, der schmückt sich in den Farben schwarz-rot-gold, der hat Fähnchen am Auto, rechts und links, der schwenkt Fähnchen im Stadion oder vor dem Fernseher, der steht zur Nationalhymne aufrecht und singt lauthals mit.

Was ist ein Fan?

Ein Fan ist jemand, der hinter seiner Mannschaft steht. Der sagt: Diese Mannschaft ist meine Mannschaft. Und meine Mannschaft soll siegen! Darum stärken Fans ihrer Mannschaft den Rücken mit auswendig vorgetragenen Gesängen und La Ola-Wellen. Ein Fan ist Feuer und Flamme für seinen Verein.  Sie kennen natürlich jeden einzelnen Spieler mit Namen und haben deren Stärken und Schwächen im Kopf. Sie fiebern begeistert mit, sie zittern, stöhnen, leiden mit bei jedem Gegentreffer, sie bejubeln jede tolle Aktion ihrer Mannschaft, und hüpfen vor Freude, wenn sie ein Tor erzielt hat. In jedem Fall ist ein Fan jemand der sagt: Egal ob meine Mannschaft gewinnt oder verliert: - ich gehöre dazu. Ich zeige Flagge.

Flagge zeigen – das ist auch heute unser Thema hier im Gottesdienst. Kandidaten und Kandidatinnen haben sich zur Wahl aufstellen lassen und habt damit Flagge gezeigt. Sie sagen damit  Ja, wir gehören zu diesem Verein Kirche dazu. Wir stehen dahinter. Wir machen da mit. Wir leiden mit, wenn etwas schief läuft, wir freuen uns, wenn etwas gelingt und glückt. Sie werden mancherlei Fragen beantworten müssen: Wie geht es weiter mit der Kirche? Was ist wichtig und was nicht? Welche Zukunft blührt der Kirtchengemeinde?

Flagge zeigen Kandidaten haben sich aufstellen lassen für den Kirchenvorstand, für den Kapellenvorstand. Und dazu gehört schon etwas Mut. Sie habenFlagge gezeigt und das ist schon etwas anderes, als wenn im Stadion Zigtausende in gleichen Takt ihre Fähnchen schwenken. Das ist auch noch etwas anderes als wenn wir hier im Gottesdienst im Chor unser Glaubensbekenntnis sprechen. Kandidieren, sich wählen lassen, das ist ja ein öffentliches Bekenntnis: Kirche ist uns wichtig. Ja, gerade hier vor Ort, hier in Visselhövede und  Wittorf. Dass das Gemeindeleben wächst und sich weiterentwickelt, dafür wollen sie einstehen. Sie zeigen damit: Wir gehören dazu. Wir stehen dahinter. So wie die Fans hinter ihrem Fußballverein.

Über die Fankultur im Fußball – wollen wir heute lieber nicht reden. Aber wie ist das eigentlich mit der Fankultur in der Kirche?

Nun, dann kommen wir nicht umhin, von dem ersten Fan überhaupt zu reden. Und das war Petrus. Genauer gesagt: Simon, Jonas Sohn, Fischer von See Genezaret. Er gehörte zu den ersten, die Jesus in seine Nachfolge gerufen hatte. Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen, hatte Jesus gerufen. Und Simon war aufgestanden, hatte seine Netze liegengelassen, hatte seiner Familie zurückgelassen und war mit Jesus mitgegangen. Simon gehörte zu den Schülern Jesu. Und er war Feuer und Flamme für seinen Meister. Er war von dem, was Jesus lehrte, total beeindruckt und überzeugt. Und als Jesus ihn fragte: Was sagst denn du, wer ich bin? Da antwortete er mit einem großartigem Bekenntnis: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!  Und darauf antwortet ihm Jesus: Du bist Petrus (und Petros ist das griechische Wort für Felsen), und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ Petrus war also der erste Fan von Jesus. Petrus, der sich später, als es brenzlig wurde, schnell wegduckte und sagte: Jesus? Kenne ich gar nicht! Petrus, ein Feigling, aber auch ein Bekenner. Eigentlich ein ganz normaler Mensch, einer wie du und ich. Großmaul und Hasenherz, aber irgendwie richtig sympathisch. Petrus, der dann zu Pfingsten derjenige wurde, der die erste Osterpredigt hielt und sich ganz öffentlich zu dem Auferstandenen bekannt hat. Diesen Simon nennt Jesus Petrus, Felsen. Auf diesem Felsen will ich meine Gemeinde bauen.

Anders gesagt: Wo Menschen sich zu Jesus bekennen, da entsteht Gemeinde. Das Bekenntnis ist das Fundament.

Weil sich Menschen zu Jesus Christus bekannt haben, wurden sie die Christiani, also die Christen genannt. Und weil sie immer von Jesus als ihrem Kyrios, also ihrem Herrn sprachen, nannte man diese Gemeinschaft die Kyrios-Gemeinschaft, die Kyriakä, und Kyriakä eingedeutscht, das ist dann die Kirche. Kirche ist ganz einfach die Gemeinde derer, die sich zu ihrem Herrn, zu Jesus Christus bekennen.

Soweit zur Fankultur in der Kirche. Ich sage das, um deutlich zu machen, das Kirche nicht dort ist, wo eine Kirche oder eine Kapelle steht oder wo Menschen gewisse kirchliche Strukturen geschaffen haben, oder wo mit Kirchensteuern Gebäude erhalten oder Mitarbeiter bezahlt werden können. Kirche ist dort, wo Menschen Flagge zeigen und Glauben bekennen.

Die bekennende Kirche – ach ja, ich weiß, sie werden jetzt sagen: also, das klingt jetzt wieder mal ganz schön fromm. Es steckt aber ein faszinierender, verheißungsvoller Gedanke darin: Wo Menschen sich zu Jesus bekennen, da entsteht Gemeinde. Da wird Gemeinde neu. Wo Glauben bekannt wird, da kann Kirchem immer wieder neu wachsen und werden. So wie damals als Simon Petrus zum Bekenner wurde: Sein Bekenntnis war das feste Fundament für eine Kirche, die damals ganz neu entstanden ist  Und genauso kann Kirche immer wieder neu werden, auch hier bei uns.

Damit ist das Bild vom Felsen auch schon wieder am Ende. Ein Felsen, so denkt jeder, ist doch etwas sehr statisches: Wo ein Felsen liegt, da liegt er und verändert sich nicht. Wo aber Menschen mit ihrem Bekenntnis zum Fundament werden, da bekommt dieses Bild etwas unglaublich dynamisches. Ich will es mit Martin Luther sagen: Kirche muss immer reformiert werden. Kirche hat nicht das Recht zu bleiben, wie sie ist, sondern sie muss werden, was sie ist, nämlich die Kirche Jesu Christi.

Es geht also darum, Flagge zu zeigen und Glauben zu bekennen: Kirche ist für mich nicht eine Sache von früher, keine Geschichte aus längst vergangenen Zeiten. Sondern Kirche lebt, und sie hat heute in dieser Zeit, in dieser Welt eine wichtige Aufgabe, Glauben zu vermitteln, Halt und Trost zu geben, und wo Not ist, zu helfen und zu handeln. Ja, du brauchst etwas Mut, von deinem Glauben zu erzählen und zu deiner Überzeugung zu stehen. Aber in diesem Evangelium, in dieser Guten Nachricht Gottes steckt so viel positive Kraft, steckt die Chance zur Veränderung und zum Neuanfang. Freilich dazu braucht jeder, der sich in der Kirche engagiert, Hilfe und Unterstützung.

Darum, liebe Gemeinde in Visselhövede und Wittorf: Am 11. März 2018 wird also eine neue Mannschaft gewählt.  Das sind eure Leute. Ihr kennt sie ja alle. Ihr kennt ihre Stärken und Schwächen. Diese Leute brauchen eure Unterstützung. Ihr, die ihr alle zur Kirche dazugehört und euch immer wieder zum Glauben bekennt, Ihr, sagen wir ruhig, die Fans von Jesus Christus, müsst den Leuten den Rücken stärken, in dem ihr zur Wahl geht und Eure Stimme abgebt.

Liebe Gemeinde! Unsere Kandidaten und Kandidatinnen brauchen auch das von uns: Dass wir für sie beten. Nicht nur heute, sondern immer wieder. Und sie sollen wissen: Wir denken an euch und begleiten eure Arbeit – im Gebet. Wir wünschen ihnen alles Gute und bitten Gott um seinen Segen. Amen.

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Peter Thom

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Fr. 15.12.17
Welche Rolle spielst du im Advent?
Peter Thom
Welche Rolle spielst du im Advent?

Welche Rolle spielst du im Advent?

Gar nicht so lange her,

da war Rollenvergabe für das Krippenspiel.

Jedes Kind hat eine Rolle bekommen;

Maria und Josef, Engel und Hirten,

Erzengel Gabriel und der Verkündigungsengel.

Manche sagen viel, manche sagen wenig, manche singen.

Alle sind dabei. Alle haben ihre Rolle bekommen.

Und die lernen sie nun auswendig.

Die spielen sie nun in diesen Wochen im Advent.

Weihnachten führen sie dann das Krippenspiel auf.

Es ist ein weiter Weg!

 

Die Kinder haben ihre Rolle.

Welche Rolle spielen wir im Advent?

Welche Rolle spielen wir

im großen Krippenspiel des lieben Gottes,

jetzt im Advent 2017?

 

Haben wir noch Träume?

Glauben wir noch an Zeichen?

Vertrauen wir Engelsbotschaft?

Oder folgen wir dem Stern?

Eins steht fest: Zeichen gibt es genug.

Eine Kerze zerbricht die Dunkelheit.

Ein Lied macht uns wunderbar froh.

Eine Geschichte berührt uns zutiefst.

Ein Satz aus der Bibel trifft uns ins Herz.

Ein Bild prägt sich uns ein.

Wir erleben die Adventszeit mit allen Sinnen,

riechen den Duft von Advent,

singen, hören, schmecken Advent,

saugen in uns ein all die vertraute Gemütlichkeit,

und sind miteinander fröhlich.

 

Es war bei der KinderKirche in Visselhövede.

Ein Kind legte einen goldenen Reifen mitten in den Kreis.

Dann durfte jedes Kind einen Tannenzweig auf den Reifen legen.

Die Kinder haben es auch gleich gemerkt: Das wird ein Adventskranz.

Dann fehlten noch die Kerzen und zwei Kinder

durften sie in die Mitte stellen und anzünden.

Schließlich bekam jedes Kind eine Kerze für sich.

Natürlich haben wir dann das elektrische Licht ausgemacht.

Wir saßen zusammen auf dem Fußboden im Kreis

und die Kerzen leuchteten in der Dunkelheit.

Wir haben die Kekse gegessen, die wir zuvor selbst ausgestochen

und auf das Backblech gelegt hatten.

 

Und dann geschah es; es war nicht geplant:

Ein Kind sagte ein Gedicht auf. Alle hörten zu.

Dann sangen ein paar Kinder ein ganz langes Lied vor.

Und die anderen waren aufmerksam dabei.

Dann sagte noch ein Kind ein Gedicht auf.

So saßen wir im Kreis, die Lichter brannten,

wir haben Gedichte gehört und Lieder gesungen.

Nebenbei haben wir unsere selbst gebackenen Kekse genascht.

Das war schön.

 

Danach sehnen wir uns im Advent.

Keiner will allein sein in dieser Zeit vor Weihnachten.

Darum sitzen wir gern um den Adventskranz herum,

zünden die Kerzen an

und singen unsere wohlvertrauten Lieder,

Lieder von früher. Und schöne neue Lieder auch.

Wir hören Geschichten.

Sie erzählen von der Krippe und dem Stall,

von dem Mann und der Frau und dem Kind.

Sie erzählen von den Engeln und dem Stern.

 

Dann kommt Weihnachten.

Wir sammeln uns unterm Weihnachtsbaum

und sind wieder Familie.

Wir empfangen Geschenke, die sagen:

Ich hab dich lieb.

 

Jeder hat seine Rolle im Advent.

Jeder hat etwas zu sagen oder zu singen.

Manche viel, manche weniger.

In den Wochen vor Weihnachten üben wir

und lernen unsere Rollen

Wir proben für Hl. Abend.

Damit es Weihnachten wird. Amen.

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Peter Thom

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Sa. 11.11.17
"Herr, lehre uns bedenken..."
Peter Thom
"Herr, lehre uns bedenken..."

"Herr, lehre uns bedenken..."

Ich habe sie noch ganz genau vor Augen, die weit über 80 Jahre alte Frau. Nun war sie krank und bettlägerig geworden, aber sie saß kerzengerade im Bett, die Hände gefaltet und sagte: „Man muss arbeiten, als ob man ewig lebt, und man muss beten, als ob man morgen stirbt.“  Und tatsächlich, so hatte sie ihr Leben verbracht, fleißig und fromm.

Ich saß an ihrem Bett und war erschrocken über dieses strenge „Man muss!“, über den harten Maßstab, den sie an das Leben legte. Den Tod vor Augen und ansonsten nur Arbeit und Mühe? Ist es das, was Gott von uns will? Ist  das das Leben?

In diesen Tagen im November, in dieser trüben, sonnenlosen Zeit, kommen die Gedanken ans Sterbenmüssen fast ganz von allein. Jeder, der ein Grundstück zu pflegen hat, harkt das Laub der Bäume emsig zusammen, und jedes welke Blatt ist ein Zeichen der Vergänglichkeit. Die Zeit vergeht, rascheln sie einander zu, die Blätter, und wir vergehen mit der Zeit, raunen sie. Und wir harken und verstehen: Unser Leben hat ein Ziel, und früher oder später müssen wir davon.  Nicht wenige sind vor Totensonntag intensiv mit der Grabpflege beschäftigt. Dann haben wir wieder all die vor Augen, die vor uns gegangen sind. Das macht traurig.

„Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir zu Verstand kommen.“ So sagt es der Psalmbeter. Aber wir wollen nicht immer an den Tod denken. Was wäre das für ein Leben, wenn wir immer damit beschäftigt wären, dass wir sterben müssen? Und doch kommt es darauf an, dass wir zu Verstand kommen.  Es kommt darauf an, dass wir das Leben ernst nehmen. Dazu gehört, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist. Das ist etwas, was wir nicht verdrängen dürfen. Wenn wir das Leben ernst nehmen, können wir nicht so leben und so handeln, als würden wir ewig leben. Als würde alles immer so weiter gehen.

Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir zu Verstand kommen. Es geht ja nicht um den Tod, sondern um das Leben. Der Tod ist nicht der Rede wert; aber das Leben. Und darum muß ich nicht fragen und grübeln: Wann trifft es mich? Wann werde ich sterben? Und wie wird das sein? Sondern ich muß fragen: Was ist mit meinem Leben? Wofür lebe ich eigentlich? Was ist das wichtigste in meinem Leben? Was macht mein Tun und Schaffen sinnvoll? Für wen bin ich da, für wen bin ich wichtig? Wofür setze ich meine Kraft ein und ist das wichtig? Und werde ich am Ende zufrieden sein können mit meinem Leben? Und wann werden wir zu Verstand kommen? Werden wir Gott unseren Lehrer sein lassen und uns von ihm etwas sagen sagen lassen; oder soll der Tod unser Lehrherr sein?

Der Tod kann uns ja nicht mehr begreifen und erkennen lassen, als dass wir uns umso bewußter dem Leben und den Lebenden zuwenden. Wir sollen ja nicht den Tod fürchten, sondern das Leben achten. Vielleicht dass uns dankbar bewusst wird, wem wir uns verdanken, wer uns unser Leben gibt und es auch erhält.

Zu alledem hat uns Gott die Ewigkeit ins Herz gelegt. Damit wir nicht vergessen, was uns blüht, gab er uns diese sehnsuchtsvolle Erinnerung an die Zukunft. Und da, in unserem Herzen ist sie nun, und lässt uns hoffen. Unser Leben hat eine Perspektive, die über Generationen, über mein kurzes Leben, über menschliches Erinnern und Gedenken hinausreicht.  Wer das weiß, kann geduldig sein mit sich selbst und anderen.

Vielleicht war es ja auch das, was die alte Frau meinte, und ich habe es nur falsch in Erinnerung? Ich bin mir jetzt gar nicht mehr so sicher. Vielleicht meinte sie: Man muss arbeiten, als ob man morgen stirbt. Also lass mich heute tun, was ich heute tun kann. Und man muss beten, dass mir Gottes Ewigkeit geschenkt werde. Also dass ich Frieden finde, jetzt, heute, in diesen Tagen im November. Amen.

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Peter Thom

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Di. 17.10.17
Ein feste Burg ist unser Gott
Peter Thom
Ein feste Burg ist unser Gott

Ein feste Burg ist unser Gott

 

Das Reformationsjubiläum ist überall sehr präsent. 500 Jahre Reformation – ein guter Grund zum Feiern. Oder? Was bleibt von Luther? „Ecclesia semper reformanda“ – die Kirche muss ständig erneuert werden (Luther). Nun, es ändert sich viel in unseren Gemeinden. Aber lässt sich die Kirche erneuern?

 

Anders gesagt: Die Kirche hat kein Recht zu bleiben, wie sie ist! Es ist aber ihre Aufgabe zu bleiben, was sie ist, nämlich Gemeinde Jesu Christi. Wenn das geschieht, bin ich um das Geschick der Kirche nicht bange. Auch wenn in naher Zukunft starke Veränderungen auf die Gemeinden zukommen, gilt: Die Kirche, die sich reformieren lässt, die sich also erneuern lässt, hat die besten Perspektiven.

 

Die Reformation Martin Luthers geriet zu einer umwälzenden Erneuerung der ganzen damaligen Gesellschaft. Das war ein schmerzhafter Prozess, der letztendlich die Kirche spaltete. So wollte es Martin Luther gewiss nicht! Er wollte seine Kirche erneuern, aber nicht spalten. Darum sind auch Martin Luthers Reformbemühungen noch nicht ans Ziel gelangt. Das Reformationsjubiläum hat vor allen Dingen die Aufgabe, daran zu erinnern: Die Kirche darf sich nicht dem Zeitgeist anpassen. Sie muss sich von Gottes Geist erneuern lassen.

 

Ganz konkret: Manchmal wollen Eltern ihrem Kind etwas wirklich Gutes tun: Sie suchen für die Taufe nach einen Satz, der ihre Gefühle und Hoffnungen zusammenfasst. Sie suchen einen Satz für’s Leben. Sie machen sich viele Gedanken, ihre Wünsche für den Täufling zu formulieren. Beim Tauf-gespräch weise ich darauf hin, dass der Taufspruch ein Satz aus der Bibel sein muss. Ich erlebe dann, dass die Eltern enttäuscht sind, wohl auch verärgert: „Warum ist der Pastor so stur? Warum geht die Kirche nicht auf unsere Wünsche ein?“

 

Demnächst ist Reformationstag. In vielen evangelischen Kirchen wird Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott!“ gesungen: Was feststeht wie eine Burg, gibt Halt und Geborgenheit. Daran kann man sich orientieren in einer Zeit, in der sich alles schnell verändert. Das hilft weiter, wenn sich die Einstellung zum Leben im Laufe meines eigenen Lebens wandelt.

„Das Wort sie sollen lassen stahn!“ heißt es in dem Lied. Das ist ja Luthers reformatorische Entdeckung: Das Wort der Bibel ist der Maßstab für alles Christliche. Er ist notwendig, damit klar ist, was Christsein bedeutet.

Luther hat auch gesagt, „Kirche muss immer reformiert werden“. Am Haus der Kirche muss ständig weitergebaut, verändert und modernisiert werden. Kirche hat nicht das Recht zu bleiben, wie sie ist. Aber sie muss bleiben, was sie ist, nämlich Gemeinde Jesu Christi. Das ist der Grundriss, auf dem das Haus der Kirche weitergebaut wird. Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, das ist Jesus Christus.

Wer sich darauf einlässt, wird merken, dass die Bibel alle unsere Gedanken kennt, auch unsere Wünsche für das kleine Kind, das wir zur Taufe tragen.

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Mo. 04.09.17
Erntefest 2017
Peter Thom
Erntefest 2017

Aufschauen dürfen

In diesem Jahr haben wir bei den Kinderbibeltagen über Noah gesprochen. Noah, das ist doch die Geschichte, die davon erzählt, dass Gott den Umgang der Menschen mit der Natur satt hatte. Die Menschen zerstörten, was Gott erschaffen hatten. Darum schickt er eine große Flut, um alles, alles zu ersäufen. Noah aber fand Gnade in den Augen des Herr, weil er gut zu den Tieren war, weil er mit Wasser, Luft und Erde sorgsam umging. Darum sollte Noah die Arche bauen und die Tiere vor der Sintflut retten. So eine alte Umweltgeschichte steht in der Bibel und sie endet mit dem Regenbogen. Wenn ihr den Regenbogen seht, dann sollt ihr wissen, solange diese Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Und  wenn wir heute darüber nachdenken, dann ist es bis heute schwierig, wie die Menschen  mit der Natur umgehen. Das weiß ja auch jeder, und wir sehen ja auch die Folgen des menschlichen Handelns. Dass es uns trotzdem verdammt gut geht, dass wir immer noch genug zu essen haben, sollt uns verdammt dankbar machen. Denn uns gilt Gottes Zusage: Solange diese Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Mir ist wichtig, dass wir uns das alle klar machen, egal welche Umweltkata- strophen wir erleben oder noch erleben werden: Denn nur der ist wirklich glücklich, der um sein Glück weiß. Und nur der, der sich seines Glückes bewusst ist, kann auch danken.

Sintflut-Geschichten sind ja in diesen Tagen wieder ganz aktuell. Noah stieg nach langer Zeit des Wartens aus der Arche aus. Auch in unseren Tagen entgehen nur knapp viele Menschen dem Ertrinken  vor den gewaltigen Regenfluten. Und viele Menschen machen Erfahrung : Gerettet! Wir haben die Katastrophe überlebt. Wir haben das große Strafgericht überstanden, ohne zu wissen, warum gerade wir und viele andere nicht. Gott sei Dank, wir leben!

Gerettet! So stand Noah da und sah hinaus in die Welt, über die die Sintflut, die Katastrophe schlechthin gekommen war. Er sah die Trümmer und die Spuren der Verwüstung, sah die Aufgaben und die Arbeit, die unendliche Mühe, die nun vor ihm lag. Gerettet, aber um welchen Preis!

Noah war es gegeben, aufschauen zu dürfen. Denn Gott hatte seinen Regenbogen in die Wolken gesetzt und er war das Zeichen des Friedens und der Verheißung, Zeichen des neuen Bundes mit den Menschen. Genauso können Menschen immer wieder nach den von Menschen selbst verursachten Katastrophen gewiss sein, dass es einen Gott gibt, der bewahrt und erhält, einen Gott, der rettet und segnet.

Nach Unwettern, Unglück und schweren Zeiten kommt der Aufbau, und der wird nicht selten zur Erfolgsgeschichte. Alles wird wieder gut. Viele haben es so erlebt, auch nach der Katstrophe des Krieges.  Nur dass die Menschen schnell vergessen und dann zur Tagesordnung übergehen und sagen: Ja, aber.. und nur noch die Mühe und die Arbeit sehen, die Problem-Brocken oder die Trümmer ihrer Träume.

Noah war es gegeben, aufschauen und den Regenbogen sehen zu dürfen. Und so machte er sich an die Arbeit, räumte die Brocken und Steine aus dem Weg, schichtete sie aufeinander und baute daraus einen Altar, um Gott zu danken.

Glücklich, wahrhaft glücklich ist nur der, der um sein Glück weiß und nicht vergisst. Und solches Glück genießen, es ganz auskosten und einfach glücklich sein, kann nur der, der dafür Danke sagen kann. Dank dir Gott für alle deine Gaben, Dank sei dir für alles, was wir haben. Amen.

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Mi. 17.05.17
Wendung zum Leben
Peter Thom
Wendung zum Leben

Wendung zum Leben

„Mach in mir deinem Geiste Raum,

daß ich dir wird ein guter Baum

und laß mich Wurzel treiben.

Verleihe, daß zu deinem Ruhm

ich deines Gartens schöne Blum

und Pflanze möge bleiben.

 

So hat es Paul Gerhard gedichtet. Es sind für uns wohlvertraute Worte. Aber was bedeutet das eigentlich: „Mach in mir deinem Geiste Raum?“ Was bedeutet das eigentlich, wenn Gott in meinem Herzen wohnt? Oder der Heilige Geist von mir Besitz ergreift? Das ist ja der Gedanke von Pfingsten, daß Gottes guter Geist die Menschen ergreift, in Beschlag nimmt, begeistert und in Bewegung setzt

Ich will eine Geschichte erzählen:  Ein Mensch sitzt im Gefängnis. Die Zelle ist eng und dunkel. Das Fenster ist klein und vergittert. Aber durch dieses Fenster fällt etwas Licht in seine Zelle. Wenn er sich auf die Zehenspitzen stellt und sich mit den Händen an den Gitterstäben hochzieht, wenn er sich reckt und streckt, wenn er dann seinen Kopf etwas schräg durch die Gitterstäbe zwängt, kann er sehen, dass auf die graue Hauswand gegenüber Sonnenstrahlen fallen. Dann weiß er, dass die Sonne scheint. Davon lebt er. Das ist sehr anstren-gend für ihn, und natürlich schmerzen ihn bald Hände und Füße; sein ganzer Körper verkrampft. Aber es ist ihm wichtig, dieses Licht zu sehen. Darum hat er sich auch nie umgedreht. Denn sonst hätte er gesehen, dass die Tür zu seiner Zelle offen steht und draußen hell und warm. die Sonne scheint.

Seht einmal, darum geht es: Um diese Wendung zum Leben. Es geht um diese Wendung um 180 Grad, dass ich sehe: Die Tür zum Leben steht offen. Ich bin frei. Das Leben ist gut. Gott sagt Ja zu mir, er will, dass ich frei werde, so dass ich los komme von Angst und Trauer, so dass ich loskomme von diesem verkrampften Streben nach dem, was ich für Glück halte, was mir so wichtig ist, was man unbedingt haben, besitzen, kaufen und erwerben muss. Bis ich merke, das ist ja nicht einmal das eigentliche Glück, sondern nur ein Abziehbild vom echten Glück. Das ist ja nur der Widerschein vom Sonnenschein und nicht die helle, warme Sonne selbst. Und dann kommt es darauf an, dass ich verstehe: Gott ruft uns zu: Fangt an zu leben.

Seht einmal, darum geht es: Um diese Wendung zum Leben.

Gott will in mir Wohnung machen, mich ganz und gar ausfüllen, so dass ich loskomme von diesem verkrampften Streben nach dem, was ich für Glück halten, was mir so wichtig ist, was man unbedingt haben, besitzen, kaufen und erwerben muss. Bis ich merke, das ist ja nicht einmal was eigentliche Glück, sondern nur ein Abziehbild vom echten Glück. Das ist ja nur der Widerschein vom Sonnenschein und nicht die helle, warme Sonne selbst.

Mach in mir deinem Geiste Raum. Ja, Gott selbst soll in mir wohnen. Und dann kommt es darauf an, dass ich verstehe:

Das Leben ist mehr als unsere Probleme. Die Schöpfung ist größer als unsere Fragen. Gott ist weiter als unsere Zweifel. Am Ende, nach allen Zweifeln, nach allen Fragen, steht fest: Gottes Schöpfung ist gut. Es lohnt sich, in ihr zu leben. Trotz allem Leiden ist das Leben im Kern gut. Freilich: Wir leben aus der Gnade. Gott rechnet uns unseren Ungehorsam nicht an. Er befreit uns je und je aus dem Gefängnis unseres Ungehorsams, er holt uns heraus aus dem Kerker unserer Auflehnung gegen Gott. Und schenkt uns die Freiheit zum Leben neu. Und wir können spüren, schmecken und sehen, wie freundlich der Herr ist. Und lernen von neuem, was Kinder längst wissen: Gott ist überall. Unerforschlich, rätselhaft und großartig. Und beginnen zu verstehen, was erst Erwachsen-gewordene mit reifem Glauben erfassen können: Gott ist überall; ja, auch im Leiden. Gerade da sind wir in Gottes Liebe aufgehoben. Und darum werden wir immer wieder als Freigelassene Gott loben; wir werden dankbar dem Schöpfer singen, und man wird es hören, dass es der Gesang der Befreiten ist.

 

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Mo. 13.03.17
Nicht wegschauen, hinschauen!
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Nicht wegschauen, hinschauen!

Nicht wegschauen, hinschauen!

Die Passionszeit  lenkt den Blick auf den Gekreuzigten. Wie unangenehm! Das ist nicht schön. Das zieht einen so runter.

In unserer Kirche ist der Gekreuzigte nicht zu übersehen. Er ist einfach da. Ich kann ihm nicht ausweichen. Er erinnert mich an meinen eigenen Kummer, lässt mich an die trauernden Nachbarn denken. Mir fallen Menschen ein, die an Krankheit oder Einsamkeit leiden. Ich kenne sie mit Namen. Wenn ich darüber nachdenke, merke ich: es gibt viel Kummer, viel Leid, von dem ich weiß. Und ich nehme Anteil daran. Es ist mir nicht egal.

Wenn ich den Gekreuzigten vor Augen habe, komme ich nicht umhin, an die Gefolterten in dieser Welt zu denken. Grausamer Terror erschreckt mich zutiefst. Die Not der Flüchtlinge lässt mir keine Ruhe. Lieber wegschauen?

Der Anblick des Gekreuzigten ist mir eine Lehre: Ich kann lernen, dem Anblick des Leidens standzuhalten. Nicht wegschauen, sondern hinschauen! Ich fange an, mich mit dem, was Tag für Tag um mich herum geschieht, auseinanderzusetzen. Und dann ist automatisch die Frage da: „Warum? Warum ist das so?“ Oder: „Warum lässt Gott das zu?“

Ich habe darauf keine Antwort. Aber es drängt mich, mit anderen darüber zu reden und gemeinsam nach Antworten zu suchen. Und ich werde beten: „Gott, gib doch Antwort!“

Die Passionszeit  lenkt den Blick auf den Gekreuzigten. Wie unangenehm! Das ist nicht schön. Das zieht einen so runter. Aber nein! Der Anblick des Gekreuzigten macht stark, dem Leiden zu begegnen. Es schärft meinen Blick für das Leiden um mich herum. Ich lerne Mitgefühl. Ich fange an zu fragen und in Frage zu stellen. Ich versuche, solidarisch zu denken und zu handeln. Also nicht wegschauen, sondern hinschauen!

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Di. 28.02.17
Ungeschminkt
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Ungeschminkt

Ungeschminkt

Egal wo und wie – die Menschen feiern gerne Fasching. Nicht nur Kinder verkleiden sich mit Vergnügen und spielen Prinzessin oder Hexe, Seeräuber oder Batman. Auch Erwachsene setzen sich Hütchen auf, singen, schunkeln und lachen von Herzen. Und das ist so wichtig in einer Zeit, in der es ansonsten nicht viel zu lachen gibt. Ich selbst habe die Kanzel mit der Bütt vertauscht, habe statt dem ernsten Prediger den närrischen Redner gegeben. Das hat mir Spaß gemacht.

Der Karneval macht’s möglich, einmal ganz anders zu sein, sich in einer neuen Rolle auszuprobieren. Rollentausch ist möglich. Man kann sich in einer anderen Rolle ausprobieren. Dann dürfen auch die kleinen Leute nach Herzens Lust und ungestraft „die da oben“ verspotten.

Aber Karneval geht schnell vorüber. Das närrische Treiben ist bald vorbei Aus der Hexe wird wieder das artige Mädchen und aus Batman der kleine Junge. Auch die Erwachsenen dürfen alle Verkleidungen, alle Masken ablegen und wieder so sein, wie sie wirklich sind.

„Mensch, wo bist du?“ Das ist Gottes Frage an den Menschen im Paradies. „Mensch, wo bist du?“ Das ist Gottes Frage an den Menschen, der sich am liebsten verkriechen, verkleiden und verstecken möchte. Verstecken gilt nicht, auch nicht hinter den Masken von Frohsinn und Heiterkeit. Ungeschminkt kann ich sagen, was mir Sorgen macht. Ich treffe dann andere, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Miteinander über die Zumutungen dieser Zeit oder über den persönlichen Kummer zu reden, entlastet. Gott im Gebet meine Sorgen zu sagen, hilft weiter.

Nach Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Als Christen erinnern wir den Kreuzweg Jesu und setzen uns mit dem Leiden auseinander. Unterwegs lernen wir: Nicht dass wir aus Sorgen und Kummer herausgenommen sind, glauben wir, sondern dass wir immer wieder Mut bekommen, das Schwere zu überwinden.                                

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Wie die Schneeflocke so leicht
Peter Thom
Wie die Schneeflocke so leicht

Wie die Schneeflocke so leicht

Ich schaue aus dem Fenster: Ein paar Schneeflocken schweben herab und wirbeln umher. Vom Wind getrieben und getragen tanzen sie eine Weile den Schneeflockentanz. Und sinken schließlich hinunter zu den vielen anderen, die schon wieder tauen.

Was bewegt mich im noch so jungen Jahr 2017? Bin ich auch nur eine Schneeflocke unter vielen anderen, die den Mächten und Kräften dieser Welt gehorchen müssen? Was trägt mich? Was treibt mich?

Nein, Schneeflocke bin ich nicht. Ich habe Willen und Verstand, meine Kräfte einzusetzen, Neues zu bewegen und Gutes zu tun. Dafür bin ich ein erwachsener Mensch und trage Verantwortung für mich und andere. Ich bin nicht Getriebener; ich betreibe meine Sache. Ich habe Vorsätze für’s neue Jahr und guten Willen, die Zukunft zu gestalten.

Was treibt mich in alledem? Ist es die Angst vor der Unberechenbarkeit des neuen amerikanischen Präsidenten? Oder die drohende Wirtschaftskrise, die mich bange macht? Ist es die Furcht vor Krankheit oder Unglück? Ich muss mir bewusst machen, was mich treibt; denn Angst und Sorge sind schlechte Ratgeber. Sonst bin ich am Ende doch nur Getriebener von allgemeinen Ängsten und Panikmache.

Welche Hoffnungen habe ich für das neue Jahr? Was trägt mich, was gibt mir guten Mut, Neues zu wagen? Was begeistert mich? Ich muss mir das bewusst machen, sonst bleibe ich abhängig von den wohlfeilen Illusionen dieser Zeit.

„Die der Geist Gottes treibt, die sind seine Kinder.“ Ich will mich leicht machen – wie eine Schneeflocke so leicht – und mich treiben lassen von Gottes lebensschaffender Energie. Ich will mich tragen lassen von seinem gutem Geist .

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So. 08.01.17
Zukunftsmotor Vertrauen
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Bei uns zu Hause wird der Weihnachts-baum am 6. Januar entsorgt. Am Drei-Königs-Tag ist Weihnachten endgültig vorbei. Gerade dann also, wenn die Zeit für die andere Weihnachtsgeschichte gekommen ist: „Wir haben seinen Stern gesehen!“ Sternendeuter aus dem Ausland suchen nach dem wahren König. Menschen, die den Sternen trauen, beten an: Ein Kind nur, aber es soll ein Weltenherrscher werden, ein Friedenskönig. Am Ende der Geschichte muss die heilige Familie auf die Flucht. Eine großartige Story mit einem gewöhnlichen Ende: Der Alltag ist wieder da. Flüchtlingselend, Not und Verfolgung. Das könnte heute in der Zeitung stehen. Und wer’s liest, seufzt: Ja, so ist das in dieser Welt!

Ernüchterung nach dem Fest. Überhaupt blicken die meisten mit wenig Hoffnung in die Zukunft. Die Mehrheit kann sich nicht vorstellen, dass sich im neuen Jahr etwas ändert oder gar besser wird.. Trübe Aussichten im Januar 2017!

Welche Rolle spielt dabei eigentlich unser Glaube? Ist er eine tragende Kraft im neuen Jahr? Gewiss, die Zukunft ist ungewiss; ich weiß nicht, was kommt. Aber ich erinnere, was ich schon erfahren habe an Schutz und Bewahrung. Ich kann dieses Glaubenswissen für das neue Jahr aktivieren: Da ist eine Hand, die mich hält. Das gibt Mut für die Zukunft. Darum kann ich dem neuen Jahr etwas zutrauen: Es wird gut werden.

Keine Frage Angst macht krank und Hoffnungslosigkeit hemmt. Zuversicht aber ist der Motor für Veränderungen und Vertrauen trägt. Und das ist genau das, was wir als Christen mit unserem Glauben für die Zukunft in unserem Land beitragen können.

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Do. 01.12.16
Wie es Weihnachten wird
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Weihnachten nahte

und mein Nachbar Hein Cordes aus Wittorf

hatte eines Tages die Idee,

eine Weihnachtskrippe herzustellen.

Also setzte er sich jeden Abend in die Küche

und schnitzte eine Figur.

Mancher schaute ihm zu und fragte:

„Wie machst du das?“

„Ich nehme ein Stück Holz und ein scharfes Messer,“

antwortete Hein, „und fange an zu schnitzen.“

„Aber wie kriegst du das hin,“  fragte man ihn,

„dass dabei ein Hirte herauskommt?“

„Ich schneide alles weg, was nicht nach Hirte aussieht.“

 

Und so schnitzte Hein Tag für Tag eine Figur.

Jeder Hirte, jedes Schaf machte ihn weihnachtlich froh.

Mit jedem Engel wuchs die Freude.

Hein schuf die drei Könige

und fand sich reich beschenkt.

Er schnitt Maria und Josef aus dem Holz

und fühlte mit ihnen in der Sorge um das Kind.

Er schnitzte das Kind in der Krippe.

Das war nicht einfach,

denn es war ja so klein, das Kind,

so winzig klein, verletzlich und nackt.

Er sägte und hämmerte und fügte die Bretter zu einem Stall

und staunte, wie arm Gott wird,

um den Menschen nahe zu kommen.

Schließlich nahm er einen Tuschkasten

und malte die Figuren an.

Nun stand die Krippe mit zwanzig Figuren vor ihm.

Und er wusste:„Jetzt kann es Weihnachten werden.“

 

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Mo. 07.11.16
Ein Tag des Heils?
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Ein Tag des Heils?

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

Ein Tag des Heils? Sodaß wir geheilt würden? Eine Zeit der Gnade, sodaß wir noch einmal davongekommen wären, sodaß uns das Leben nocheinmal geschenkt würde? Und das alles jetzt? Heute? Hier? Die angenehme Zeit? Der Tag des Heils? Das wäre eine Überraschung, nicht wahr, so ungefähr, wenn an irgendso einem grauen, ungemütlichen, normalen Tag jemand an der Tür klingelte und sagen würde: Ich habe Ihnen eine gute Nachricht zu überbringen: Sie haben im Lotto gewonnen! Und wir würden sagen: Nein, das gibt’s doch garnicht!

Ein Tag des Heils - aber was ist schon ein Tag? Wir haben viel Zeit darüber nachzudenken, wie die Zeit vergeht, wie unser Leben vergeht, wie Menschen aus unserem Leben gehen, und wir selbst, was wird aus uns? Es ist ja jetzt diese trübe, dunkle Jahreszeit, wo man auf den Friedhof zu den Gräbern der Angehörigen geht und dann kommen einem so die Gedanken, die Erinnerungen und es sind auch schmerzliche Erinnerungen. Was ist schon ein Tag! Die Zeit vergeht so schnell! Das ist es doch, was Menschen, die einen runden Geburtstag feiern, mit leisem Schrecken entdecken - wie schnell die Zeit vergeht. Oder Ehepaare, wenn sie ein Ehejubi-läum feiern können: Wie schnell die Jahre doch vergangen sind!

Je älter man wird, umso schneller scheint die Zeit zu vergehen; wie oft höre ich diesen Satz als Erfahrung der Älteren. Gewiß - dafür gibt es viele Gründe: Die Zeit schreitet immer gleich schnell voran; aber die Menschen werden mit dem Alter langsamer. Und ist es nicht auch so, daß es am Anfang des Lebens viel Neues gibt, immer neue Entdeckungen, und später wiederholt sich vieles, werden viele Tage zum grauen Alltag. Aber ganz bestimmt ist es auch so, daß wir uns immer öfter wünschen, es möge doch dieser Tag mit seinen unangenehmen Verpflichtungen schnell vorüber-gehen, es möge doch diese Woche der Arbeit und der beruflichen Anspannung schnell vorübergehen, sodaß man sich auf das Wochenende freuen könnte. Es möge diese Zeit der schwierigen Aufgaben und der mühevollen Anstrengungen bald hinter uns liegen, sodaß man den Urlaub antreten könnte! Vielleicht ist es ja auch so, daß wir uns wünschen, sehnlich wünschen, es möge die Zeit schnell vorübergehen und wir könnten uns auf etwas ange-nehmeres freuen! Und so fliegen die Jahre dahin.

Jetzt ist die angenehme Zeit! Jetzt ist der Tag des Heils! Verstehen Sie, was das bedeutet? Diesen Tag schenkt Gott dir; nimm ihn als ein Gnadengeschenk! Heute, nicht irgendwann irgendwie später, sondern jetzt ist der Tag des Heils. Das Leben ist dir gegeben, damit du heute lebst. Gnade, Versöhnung mit Gott ist dir heute zugesagt, damit es eine angenehme Zeit wird, damit du heute leben kannst. Daß du nicht sagen mußt: Wie sind doch die Jahre verflogen und was bleibt mir davon? Damit du nicht trauern mußt wegen der vertanen Zeit, wegen der versäumten Gelegenheiten, wegen der verpaßten Chancen. Heute, jetzt ist die Zeit der Gnade, heute, jetzt ist der Tag des Heils. Daß wir geheilt würden von unserer Angst zu kurz zu kommen, daß wir befreit würden von Zeitdruck und Sterbensangst, daß wir trotz allem Unangenehmen und Bedrohlichem das Geschenk Gottes annehmen: diesen Tag, diese Stunde, um zu leben. Etwas anderes verlangt Gott nicht von uns, denen er das Leben anver-traut hat; nur dies eine: Daß wir trotzdem leben. „Als die Unbe-kannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Trau-rigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben, und doch alles haben.“ Das Leben ist uns geschenkt, und es kommt darauf an, dieses Gnadengeschenk anzunehmen; nicht irgendwann, sondern heute; nicht später einmal, sondern: Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils!

 

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Mo. 04.04.16
Was gibt es zu Ostern zu sagen?
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Was gibt es zu Ostern zu sagen?

Was gibt es zu Ostern zu sagen? Paulus ist der erste, der schriftlich festhält: „Brüder und Schwestern, ich erinnere euch an die Gute Nachricht, die ich euch verkündet habe. Ihr habt sie angenommen; sie ist der Grund, auf dem ihr im Glauben steht. Durch sie werdet ihr gerettet, wenn ihr sie unverfälscht festhaltet.“ Paulus erinnert daran, dass Menschen bezeugt haben: Er ist mir erschienen als der Lebendige und ich habe ihn wiedererkannt an den Zeichen der Folter und der Kreuzigung. Darum geht es also zu Ostern, dass wir das, was wir im Glauben angenommen haben, festhalten und bewahren. Und es liegt im Wesen der Auferstehung, dass die Zeugen des Lebendigen es nicht für sich behalten haben, sondern davon reden mussten, verkünden mussten, was ihnen widerfahren war. Dafür können wir einfach nur dankbar sein. Die Sache Jesu ist immer weitergegangen. Das ist die erstaunlichste Erfahrung mit Ostern. Die Gute Nachricht wird uns immer wieder verkündigt, und das dient uns zur Rettung, so wie sie damals Menschen vor dem Abgrund des Todes bewahrt hat. Die Jünger Jesu standen vor dem Nichts. Sie hatten alles verloren: Der, der die neue Welt angesagt hatte, geht an der alten Welt zugrunde. Der, der von Gottes Nähe erfüllt war, stirbt gottverlassen den Tod am Kreuz. Der, der anderen Vergebung zugesagt hatte wird gnadenlos gerichtet. Nichts bleibt. Was kann da noch erwartet werden? Von den Menschen nichts. Und von Gott? Menschlich wäre, dass er sich endgültig abwendet. Aber er tut es nicht.

Von den Zeugen heißt es: Er ist erschienen. In diesem schlichten Satz beginnt eine neue Welt. So handelt Gott an uns: Da werden Grenzen, die unüberwindbar schienen, überschritten: die Grenze des Todes, die Grenze der Schuld, die Grenze unseres Lebens. Jesus, der in seinem Leben immer wieder Grenzen überschritten hat, erscheint seinen Jüngern. Die Grenze aber, an der sie ihn scheitern sahen, die letzte und feindlichste aller Grenzen, sie ist nicht mehr. Er erscheint seinen Jüngern lebendig. Der Gekreuzigte lebt. Sie erkennen ihn wieder an den Zeichen der Kreuzigung. Sie merken: Er ist es; der durch den Tod ging, lebt. Ihn hat Gott auferweckt. Und er bleibt nicht für sich. Er durchschreitet die Grenzen für uns. Er begegnet Menschen, erfahrbar und verändernd. So werden aus Verzweifelten Getröstete und aus Trauernden frohe Menschen.. Er ist erschienen. Jesus führt seine Sache weiter. Was lebend er bezeugte, bleibt unbedingt gültig. Und doch ist Neues geschehen: Jetzt ist es endgültig, dass die Grenze von Schuld und Tod überschritten ist, und uns nichts von der Liebe Gottes trennen kann.

Freilich, das alles ist anfechtbar, bestreitbar. Waren es nicht Anhänger Jesu, die bezeugten: Er ist erschienen? Was kann daran schon objektiv sein? Was kann historischer Forschung standhalten?

Das ist freilich der erstaunlichste Punkt: Nicht nur der irdische Jesus, sondern auch der Auferstandene begab sich in die Hand der Menschen. Der Auferstandene erschien jenen menschlichen Zeugen: Petrus, der ihn verleugnet hatte. Thomas, der Zweifler, der es nicht glauben konnte. Und all den anderen, die ihn, als es gefährlich wurde, im Stich gelassen hatten. Das sind die Menschen, die bezeugten: Er ist erschienen. Niemand wird durch einen Beweis überwältigt. Niemand muss dem menschlichen Zeugnis jener allzu menschlichen Freunde Jesu glauben. Und gleichzeitig gilt: Durch eben diese Zeugen und nur durch ihre Verkündigung will der Auferstandene Glauben wecken, will er erfahrbar werden. Es gibt nur eine Möglichkeit, Ostern zu verstehen, also zu begreifen, dass mitten in der alten Welt eine neue Welt beginnt: sich mitnehmen lassen, erstaunt, verwundert, ungläubig, wie wir oft sind. Es gibt nur diese Möglichkeit, sich diesem Ereignis zu öffnen, dass er uns begegnen will. Dass er in unser Leben, in unser Handeln und Tun hinein auferstehen will. Pls konnte nur sagen: Es ist Gnade, weiter nichts.

Was bedeutet das? Trotz aller Schuld ist Versöhnung möglich. Trotz allem Krieg ist Frieden erfahrbar. Trotz allem Hass bringt  Liebe das Leben zum Ziel. Das alles ist nicht vergeblich. Aber es ist Gnade. Amen.

 

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Mo. 29.02.16
Jesus in Bethanien: Die Entscheidung naht
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Jesus in Bethanien: Die Entscheidung naht

Jesus in Bethanien. Jerusalem ist nicht mehr weit. Die Entscheidung rückt immer näher. Jesus weiß es. Seine Freunde wollen es nicht wissen.

Die Männer im Gefolge Jesu müssen einigermaßen verwirrt gewesen sein. So wie sich diese Frau verhält, ist das ungewöhnlich, ja ungehörig genug. Für die Männer war es schwer einzuordnen, was sie eigentlich wollte. Und darum haben sie nicht einfach gesagt: „Diese Frau benimmt sich unanständig!“ Jesus hatte ja bekanntlich ein Herz für alle möglichen unmöglichen Leute. Und sie haben auch nicht gesagt: „Solche Art von Sympathiebezeugungen sind hier fehl am Platze.“ Da hatte Jesus ihnen schon einmal Kontra gegeben, als sie ihm Frauen und Kinde vom Hals halten wollten. Nein, sie analysierten scharfsinnig und kalkulierten genau: „Es ist Verschwendung! Wieviel Geld hätte man kriegen können für solch kostbares Nardenöl! Und man hätte den Erlös den Armen geben sollen. Jawohl, den Armen, den Bettlern!“

Ob den Jüngern Jesu wirklich die Armen so wichtig waren? Ob ihnen wirklich die Bettler so leid taten? Ob sie mit der gefühlsbetonten Aktion dieser Frau nicht klar kamen? Oder waren sie am Ende eifersüchtig?

Jedenfalls kommen sie mit so furchtbar vernünftigen Überlegungen daher. Was die Freunde Jesu da sagen, hat nichts zu tun mit der Frau und was sie für Jesus will. Manchmal, wenn wir mit den eigenen Gefühlen nicht klar kommen, dann reagieren wir rational, allein mit dem Kopf. Und merken garnicht, dass das auf einer ganz anderen Ebene liegt. So redet man aneinander vorbei.

Die Frau aus Bethanien nähert sich schweigend Jesus, sie sagt kein Wort. Die Jünger argumentieren.

Die Frau salbt Jesus, sie kommt ihm sehr nahe. Die Jünger distanzieren sich.

Die Frau tut etwas Unerwartetes, fast Ungehöriges. Die Jünger regen sich gehörig auf, was zu erwarten gewesen war.

Die Frau tut etwas; sie tut etwas für Jesus, für ihn allein. Die Jünger diskutieren über die Armut in der Welt. „Ja, man müsste...! Man hätte doch...!“

Und Jesus? Jesus nimmt an, was die Frau für ihn tut. Er läßt diese liebevolle Geste geschehen. Er gibt der Frau recht: „Arme habt ihr allezeit. Sie aber hat gespürt, gefühlt, geahnt, was jetzt notwendig ist. Ihr versteht es nicht, ihr begreift es immer noch nicht. Aber sie hat es getan.“ Es muss den Freunden Jesu kalt über den Rücken gelaufen sein: „Sie hat mich für mein Begräbnis gesalbt.“ Unzeitiges zur rechten Zeit.

Soviel Zärtlichkeit steckt in dieser Szene. Judas hält das nicht aus. „Er läßt sich von diesem Weibstück einschmieren! Und ich hatte gehofft, er würde zum König gesalbt und dann würde er die Römer verjagen. Aber das geht nicht mit Zärtlichkeit, sondern nur mit Macht und zur Not mit Gewalt!“ Und Judas ging hin und verriet Jesus.

Jesus in Bethanien. Jerusalem ist nicht mehr weit. Die Entscheidung rückt immer näher. Jesus weiß es; seine Freunde wollen es nicht wissen; die Frau spürt es. Der, den sie so herzlich verehrt, ist in Gefahr! Und sie hält mit ihm diese Situation aus. Sie bleibt in seiner Nähe.

Unzeitiges zur rechten Zeit. Wie gut es doch wäre, wenn man sich auf seine eigenen Gefühle verlassen könnte! Gerade in Bezug auf Jesus, gerade dann, wenn es um den Glauben geht. Und dass man die Gefahr spürt, die Angst aushält und nicht flüchtet in Worte, in Diskussionen. Aushalten müssen wir allemal, dass Liebe so ohnmächtig ist.

Fragen gibt es viele auf dem Weg nach Jerusalem: „Warum gerade er?“ „Muß er wirklich diesen Leidensweg gehen? Geht es nicht auch anders?“ „Warum dieses Leiden?“ „Warum muß der Gerechte leiden und der Gottlose lebt in Freuden?“ Ob wir diese Fragen aushalten können?

Amen.

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Wie einen seine Mutter tröstet
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Wie einen seine Mutter tröstet

Wie einen seine Mutter tröstet

Ein neues Jahr hat angefangen und ch bekenne, dass mich die große Anzahl der Sinnlosigkeiten fassungslos macht. Und ich sehe sehr viel Sinnloses um mich herum.  Ich höre nicht auf, nach Sinn zu suchen. Ich weiß nur eins, dass ich in alledem auf Trost angewiesen bin. Ich bin ein schwacher Mensch; dazu bekenne ich mich. Darum glaube ich an Gott und höre ich auf Gottes Wort.Und ich höre jetzt, jetzt in dieser Zeit, jetzt am Anfang des Jahres Gottes Wort, wie es der Prophet Jesaja aufgeschrieben hat: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Und ich bekenne: Ja, das brauche ich. Ich brauche Trost! Ich habe es nötig, dass Gott mich tröstet.

Wie einen seine Mutter tröstet? Aber wir wissen doch, wie uns unsere Mutter getröstet hat: Da waren wir gefallen, erinnert ihr euch? Oder wir hatten uns gestoßen, wisst ihr noch? Und da nahm uns die Mutter in den Arm. Sie wusste, wie man tröstet. Was hat sie gemacht? Sie hat gepustet! Wisst ihr noch? Sie hat das Aua weggepustet. Denn Mutter wusste, wie sie ihr Kind tröstet. Natürlich kann das Aua nicht fliegen, der Schmerz hat keine Flügel. Aber der Schrecken war weg.

Oder erinnert ihr euch noch an das aufgeschlagene Knie? Es hat geblutet. Und was hat Mutter gemacht? Sie hat ein buntes Pflaster draufgeklebt. Und hat das geholfen? Ja! Mutter wusste, wie sie ihr Kind tröstet. Und wenn das kleine Kind sich nicht beruhigen wollte und ganz heftig geheult hat? Dann hat die Mutter es in den Arm genommen und hat es gedrückt. Ganz doll gedrückt – solange, bis es sich wieder beruhigt hatte und weiterspielen konnte. So ist das, wenn einen seine Mutter tröstet. Sie kennt ihr Kind. Sie weiß, was es braucht.

Und es war eine wunderbare Erfahrung, immer wieder auf Mutters Schoß zurückkehren zu können und sich trösten zu lassen. Und daraus erwächst die Kraft, das Leben in dieser Welt zu bestehen.  Und das ist eine ganz wichtige Erfahrung. Eine Erfahrung, die alle Menschen machen können.

Ich bin kein Kind mehr. Schon lange passe ich nicht mehr auf Mutters Schoß. Ich bekenne, dass ich Gottes Trost brauche. So wie einen seine Mutter tröstet, so brauche ich Trost von Gott. Darum kann ich all die Sinnlosigkeiten in der Welt aushalten. Und ich kann mich immer wieder auf den Weg machen, hin zu den Menschen, die ich trösten kann.

Unterwegs erfahre ich immer wieder, was ich damals auf Mutters Schoß gelernt habe: Da ist eine Hand die mich hält. Ich bin nicht den zufälligen Mächten und Gewalten ausgesetzt, ich bin gehalten. Ich bin aber auch nicht hilflos den Menschen ausgeliefert,  Mächten und Gewalten, die keinen Gott wollen und denen nichts heilig ist. Ich aber weiß: Ich bin von guten Mächten  wunderbar geborgen.  Das tröstet mich.

 

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Do. 17.12.15
Weihnachten kann kommen
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Weihnachten kann kommen

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Kennen Sie das auch? Die Adventszeit naht und der Blutdruck steigt. Spätestens am 1. Advent wird deutlich: In vier Wochen ist Heilig Abend. Was bis dahin noch alles bedacht und geplant, eingekauft und eingepackt, organisiert und abgeklärt werden muss! Denn schließlich soll es wieder ein schönes Fest werden!

Natürlich, Sie kennen das. Und glauben Sie mir, mir geht’s nicht anders: Das erste ist jedes Jahr das Krippenspiel, das rechtzeitig geschrieben, ausgedruckt und kopiert werden muss. Dann die Adventsfeiern für Vereine und Gemeindenachmittage. Und schließlich all die Vespern und Gottesdienste zu Weihnachten. Wie soll man das alles schaffen, vernünftig vorbereiten? Das macht Stress! Jedes Mal wieder diese Anspannung, wenn die Adventszeit naht.

Dann kommt der Tag, wo ich anfange, alle meine Bücher hervorzuholen, in denen die schönen Weihnachtsgeschichten stehen. Ich finde unzählige Zettel, Gedichte, Lieder. Ich fange an zu lesen. Ich lese stundenlang Weihnachtsgeschichten, lasse mich wieder anrühren von wohlvertrauten Texten, entdecke neue und freue mich über unerwartete, überraschende Gedanken zu der alten, immer wieder spannenden Geschichte vom Kind in der Krippe. Ich lese und lese und spüre, wie mich die weihnachtlichen Erzählungen anrühren, wie mir das Herz voll ist von dem Wunder der Weihnacht. So dass ich lachen oder weinen muss vor Freude oder Rührung. Ich lese und lese und bin glücklich über meinen Beruf, der es mir erlaubt, dienstlich in Weihnachts-geschichten zu stöbern. Ich lese und lese und alle Angst vor Advent und Weihnachten weicht. Ich fange an, mich auf Heilig Abend zu freuen. Was für eine wunderbare Zeit, alle Jahre wieder!

Schließlich lege ich alle Zettel und Bücher beiseite, zünde eine Kerze an und spüre ganz gewiss: Weihnachten kann kommen!

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Do. 29.10.15
Geld ist gut
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Geld ist gut

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Manchmal hat es den Eindruck, die Kirche habe etwas gegen Reiche.  Es scheint fast so, als könnten nur Arme selig werden. Aber das stimmt nicht. Und es ist auch nicht evangelisch.

Die Bibel weiß: Geld ist gut. Wenn ich reichlich geerntet habe, dann ist das eine gute Gabe Gottes. Wenn ich fleißig gearbeitet, klug gewirt-schaftet habe, dann ist das ein Segen. Wenn ich mit meinem Kön-nen Hervorragendes geleistet habe, dann weiß ich: Mein Talent, meine Begabung habe ich von Gott. Danke, Gott, für alles, was ich kann!

Wohlstand ist ein Segen. Die Bibel weiß aber auch, dass Reichtum gefährlich ist. Wer sich ständig um seine Konten kümmern muss, hat keine Zeit für andere, die zu wenig in der Kasse haben. Geld wird zum Problem, wenn sich in meinem Leben alles um Kapital und Zinsen dreht. Wenn ich ständig gezwungen bin, den Profit zu steigern, weil sonst die Aktienkurse fallen, dann wird der Segen zum Fluch. Und ich werde blind für die Not der anderen.

Geld ist gut – gib von dem, was du zu viel hast, denen, die zu wenig haben. Auf erfolgreichem Wirtschaf-ten liegt ein Segen – teile ihn mit den Erfolglosen. Du kannst stolz sein auf deine Leistungen! Vergiss darüber nicht die anderen, die weniger leisten können.

„Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.“ Dazu muss man übrigens kein Millionär sein.  Das kann jeder. Tu, was du kannst! Wenn du gütig bist, gib deine Güte. Wenn du begabt bist, mach dich mit deinen Gaben nützlich. Wenn du Geld hast, spende.

Übrigens: War es nicht das, was die Väter unserer Republik im Sinn hatten, als sie die „soziale Marktwirtschaft“ schufen?

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Do. 25.06.15
Sich fallen lassen können
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Sich fallen lassen können

Urlaub - sich fallen lassen können

Es war im Urlaub an der Nordsee: Ein kleines Mädchen rollte die Düne hinunter. Immer wieder. Sie kletterte die Düne hoch und ließ sich fallen. Sie überschlug sich im weichen Sand. Sie kugelte und purzelte herunter und quietschte dabei vor Vergnügen: „DAS MACHT SPASS!“

Ich habe dem kleinen Mädchen eine Weile zugeschaut und habe es beneidet. Genau das ist es, dachte ich, was Urlaubmachen bedeutet: Sich unbeschwert fallen lassen zu können. Sich ganz und gar dem Augenblick hingeben zu können und zu spüren: „Das tut gut!“

Ich selber brauche Tage, bis ich mich im Urlaub vom Alltagstrott ganz gelöst habe. Termine und Verpflich-tungen halten mich gefangen, lassen mich nicht los. Ungelöste Probleme und bevorstehende Aufgaben reisen einfach im Urlaubsgepäck mit. Die Gedanken kreisen weiter um Ärger und Streitereien. So sind die ersten Tage die entscheidende Phase des Urlaubs: Kann ich abschalten? Wird es mir gelingen loszulassen, mich zu lösen von beruflichen Stress und Alltagssorgen?

Denn jeder weiß: Der Urlaub beginnt erst richtig, wenn man den normalen Alltag hinter sich gelassen hat. Erst dann können Körper und Seele sich erholen, neue Kräfte sammeln.

Urlaub, freie Zeit sind ein kostbares Geschenk. Es ist gut zu wissen: „Du darfst!“ Du darfst untätig sein. Du mußt nichts schaffen, nichts erledigen. Du darfst mit Hingabe faul sein. Du mußt nichts leisten. Du darfst dich ganz dem Augenblick hingeben. Du mußt dabei nicht gleich an Morgen denken. Es muß dir auch die ungenutzte Zeit nicht Leid tun. Und du kannst dabei die Erfahrung machen: „Das tut gut!“

Sich fallen lassen zu können, das wäre prima. Und dabei zu spüren: Da ist eine Hand, die mich hält. Auch wenn ich nichts leiste. Auch wenn ich einfach nur dasitze und auf das endlos weite Meer hinausschaue. Oder mich freue an den Blumen im Garten. Und mir betend bewußt wird: „Meine Zeit steht, Herr, in deinen Händen. Danke, Gott, für die schöne freie Zeit, für den Urlaub.“      

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Was gibt es zu Ostern zu sagen?
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Was gibt es zu Ostern zu sagen?

Was gibt es zu Ostern zu sagen?

Paulus ist der erste, der schriftlich festhält: „Brüder und Schwestern, ich erinnere euch an die Gute Nachricht, die ich euch verkündet habe. Ihr habt sie angenommen; sie ist der Grund, auf dem ihr im Glauben steht. Durch sie werdet ihr gerettet, wenn ihr sie unverfälscht festhaltet.“ Paulus erinnert daran, dass Menschen bezeugt haben: Er ist mir erschienen als der Lebendige und ich habe ihn wiedererkannt an den Zeichen der Folter und der Kreuzigung. Darum geht es also zu Ostern, dass wir das, was wir im Glauben angenommen haben, festhalten und bewahren. Und es liegt im Wesen der Auferstehung, dass die Zeugen des Lebendigen es nicht für sich behalten haben, sondern davon reden mussten, verkünden mussten, was ihnen widerfahren war. Dafür können wir einfach nur dankbar sein. Die Sache Jesu ist immer weitergegangen. Das ist die erstaunlichste Erfahrung mit Ostern. Die Gute Nachricht wird uns immer wieder verkündigt, und das dient uns zur Rettung, so wie sie damals Menschen vor dem Abgrund des Todes bewahrt hat. Die Jünger Jesu standen vor dem Nichts. Sie hatten alles verloren: Der, der die neue Welt angesagt hatte, geht an der alten Welt zugrunde. Der, der von Gottes Nähe erfüllt war, stirbt gottverlassen den Tod am Kreuz. Der, der anderen Vergebung zugesagt hatte wird gnadenlos gerichtet. Nichts bleibt. Was kann da noch erwartet werden? Von den Menschen nichts. Und von Gott? Menschlich wäre, dass er sich endgültig abwendet. Aber er tut es nicht.

Von den Zeugen heißt es: Er ist erschienen. In diesem schlichten Satz beginnt eine neue Welt. So handelt Gott an uns: Da werden Grenzen, die unüberwindbar schienen, überschritten: die Grenze des Todes, die Grenze der Schuld, die Grenze unseres Lebens. Jesus, der in seinem Leben immer wieder Grenzen überschritten hat, erscheint seinen Jüngern. Die Grenze aber, an der sie ihn scheitern sahen, die letzte und feindlichste aller Grenzen, sie ist nicht mehr. Er erscheint seinen Jüngern lebendig. Der Gekreuzigte lebt. Sie erkennen ihn wieder an den Zeichen der Kreuzigung. Sie merken: Er ist es; der durch den Tod ging, lebt. Ihn hat Gott auferweckt. Und er bleibt nicht für sich. Er durchschreitet die Grenzen für uns. Er begegnet Menschen, erfahrbar und verändernd. So werden aus Verzweifelten Getröstete und aus Trauernden frohe Menschen.. Er ist erschienen. Jesus führt seine Sache weiter. Was lebend er bezeugte, bleibt unbedingt gültig. Und doch ist Neues geschehen: Jetzt ist es endgültig, dass die Grenze von Schuld und Tod überschritten ist, und uns nichts von der Liebe Gottes trennen kann.

Das alles ist anfechtbar, bestreitbar. Waren es nicht Anhänger Jesu, die bezeugten: Er ist erschienen? Was kann daran schon objektiv sein? Was kann historischer Forschung standhalten?

Das ist freilich der erstaunlichste Punkt: Nicht nur der irdische Jesus, sondern auch der Auferstandene begab sich in die Hand der Menschen. Der Auferstandene erschien jenen menschlichen Zeugen: Petrus, der ihn verleugnet hatte. Thomas, der Zweifler, der es nicht glauben konnte. Und all den anderen, die ihn, als es gefährlich wurde, im Stich gelassen hatten. Das sind die Menschen, die bezeugten: Er ist erschienen. Niemand wird durch einen Beweis überwältigt. Niemand muss dem menschlichen Zeugnis jener allzu menschlichen Freunde Jesu glauben. Und gleichzeitig gilt: Durch eben diese Zeugen und nur durch ihre Verkündigung will der Auferstandene Glauben wecken. Es gibt nur eine Möglichkeit, Ostern zu verstehen: sich mitnehmen lassen, erstaunt, verwundert, ungläubig, wie wir oft sind. Es gibt nur diese Möglichkeit, sich diesem Ereignis zu öffnen, dass er uns begegnen will. Dass er in unser Leben, in unser Handeln und Tun hinein auferstehen will.

Was bedeutet das? Trotz aller Schuld ist Versöhnung möglich. Trotz allem Krieg ist Frieden erfahrbar. Trotz allem Hass bringt  Liebe das Leben zum Ziel. Das alles ist nicht vergeblich. Aber es ist Gnade.

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Der Weg ans Kreuz
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Der Weg ans Kreuz

Die Passionszeit hat begonnen. Der Weg ans Kreuz ist lang; in den Sonntagen vor Ostern wird davon etwas deutlich. Das ist gut so. Wir können diesen Weg nach­vollziehen. Was wir über unser eigenes Leben und Leiden den­ken, mag so in Beziehung geraten zu dem Leiden und Leben Jesu.

Prophetenworte zeigen: Der Menschensohn geht im Namen Gottes ans Kreuz. Hier beginnt keine neue Geschichte. Der Gott der Väter ist der Vater von Jesus. Die Geschichte Gottes mit den Menschen geht weiter. Die Liebe Gottes hört nicht auf. Gott bleibt derselbe, auch im Sterben Jesu.

Für uns ändert sich dadurch ei­ne Menge in unserer Einstellung zum Leben. Nur das aktive, er­folgreiche, sichtbar mit Wohl­stand gesegnete Leben erscheint uns erstrebens- und le­benswert. Krankheit, Behinde­rung, Arbeitslosigkeit und beruf­liches Versagen stempeln das Le­ben als „lebensunwert" ab. Eine unheilbare Krankheit oder quä­lende Schmerzen verletzen die Menschenwürde. Einem solchen Leben den selbstgewählten Tod vorzuziehen, scheint für manchen Zeitgenossen berechtigter Aus­druck menschlicher Freiheit zu sein.

Jesus geht seinen Weg ans Kreuz. Und geht ihn zu Ende, da­mit wir verstehen: Vor Gott gibt es kein „lebensunwertes" Leben. Kein Leben ist so wertlos, dass es nicht doch von Gott angenommen wäre.

Jesus geht seinen Leidensweg, damit wir lernen: Schmerzen und Leiden tun der Menschenwürde keinen Abbruch. Es ist dem Men­schen durchaus würdig, Krank­heit und Schwäche zu erleiden. Einen natürlichen Tod zu sterben, liegt in der Natur des Menschen. Eine künstliche Ver­längerung des Lebens tastet die Menschenwürde genauso an wie seine künstliche Verkürzung.

Jesus hat das Leiden ausgehal­ten: Das Urteil über seine Men­schenwürde hat er Gott überlas­sen. Und der hat sein österliches Ja gesprochen. Seitdem hat sich für uns eine Menge verändert. Über unsere Menschenwürde ist entschieden: Nichts kann uns scheiden von der Liebe. Gottes, nichts! Unsere Menschenwürde kann nicht verloren gehen. Neh­men wir Gottes Urteil an.

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Peter Thom

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